
Schock in Sipplingen am Bodensee: Ein Kind mit Laufrad gerät an einem Bahnübergang vor einen Regionalexpress. Trotz sofortiger Notbremsung kann der Zug nicht mehr rechtzeitig stoppen.
Ein schrecklicher Unfall am Bodensee erschüttert eine ganze Region. Ein vierjähriges Mädchen wurde an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst und starb später im Krankenhaus.
Tragödie trotz geschlossener Schranken
In der kleinen Bodenseegemeinde Sipplingen herrscht nach dem tragischen Unglück tiefe Bestürzung. Am Samstagabend (9. Mai) wurde ein vierjähriges Mädchen an einem Bahnübergang mitten im Ort von einem Regionalexpress erfasst und tödlich verletzt. Das Kind war nach Angaben der Polizei mit seinem Laufrad unterwegs, als es trotz geschlossener Schranken den Übergang überquerte. Der Regionalexpress war auf der Strecke zwischen Überlingen und Radolfzell unterwegs, als es zu dem folgenschweren Zusammenstoß kam. Der Lokführer leitete sofort eine Notbremsung ein, konnte den Zug jedoch nicht mehr rechtzeitig stoppen. Das Mädchen erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Rettungskräfte brachten das Kind mit einem Hubschrauber in eine Klinik – dort erlag die Vierjährige in der Nacht ihren schweren Verletzungen.
Wie die Ermittler mitteilten, war der Bahnübergang mit sogenannten Halbschranken gesichert. Diese versperren nur eine Fahrbahnseite und lassen die Gegenspur frei. Warum das Mädchen dennoch auf die Gleise fuhr, ist bislang unklar. Die Eltern befanden sich laut Polizei in der Nähe des Bahnübergangs. Weitere Angaben zum genauen Unfallhergang machten die Beamten zunächst nicht. Im Zug befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks rund 65 Fahrgäste. Körperlich wurde niemand verletzt. Doch der Schock sitzt tief. Notfallseelsorger, Psychologen und Sanitäter kümmerten sich noch vor Ort um Angehörige, Zeugen, Reisende und das Zugpersonal. Auch für den Lokführer gab es psychologische Betreuung.
Bahnübergänge bleiben gefährliche Risikoorte
Nach dem schweren Unfall äußerte sich auch die Deutsche Bahn betroffen. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen“, erklärte eine Sprecherin. Gleichzeitig rückt die Tragödie erneut die Sicherheitslage an Deutschlands Bahnübergängen in den Fokus.
Zwar hat man die Zahl der Bahnübergänge in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert, doch noch immer existieren in Deutschland circa 16.000 Übergänge. Besonders problematisch: Die Zahl schwerer Unfälle bleibt seit Jahren nahezu unverändert. Trotz Warnsignalen, Schranken und Blinklichtern kommt es immer wieder zu dramatischen Zusammenstößen – häufig mit tödlichem Ausgang.
(Quellen: Polizei, Deutsche Bahn, Einsatzkräfte, dpa)














