
Die unpünktlichsten Züge Europas kosten Reisende viele wertvolle Minuten. Ausgerechnet Baden-Württemberg ist Spitzenreiter. Das hätte wohl niemand vermutet, und so ist nicht nur die Frustration groß.
Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind gerade für Berufspendler absolut wichtig. Doch nun hat eine Auswertung der unpünktlichsten Züge Europas ergeben, dass ausgerechnet Baden-Württemberg ein Spitzenreiter ist. Da muss auf jeden Fall einiges passieren.
Der Schlüssel zu einer verlässlichen Tagesstruktur
Berufspendler und Reisende kämpfen oft mit Verspätungen, denn pünktliche Verbindungen von Zügen sind für viele Menschen nicht nur der Schlüssel zu einer verlässlichen Tagesstruktur. Schließlich gerät der Alltag aus dem Gleichgewicht, wenn sich aufgrund der Zugverspätungen Termine verschieben oder die gewählten Anschlüsse nicht mehr passen. Berufspendlern bleibt häufig keine andere Möglichkeit, als Termine zu verschieben oder die Arbeitszeit flexibel zu halten. Reisende nutzen währenddessen Umwege, alternative Verbindungen oder später stattfindende Abfahrten. Ein Bundesland stellt die Reisenden und Pendler wohl besonders drastisch auf die Probe, denn es ist Spitzenreiter bei den unpünktlichsten Zügen Europas.
Verspätung von insgesamt 136 Jahren
Chuuchuu, ein belgisches Startup für Bahndaten, hat in einer aktuellen Studie die Fernzüge von sieben europäischen Ländern untersucht. Neben Deutschland gehören auch die Schweiz, die Niederlande, Belgien, Österreich, Frankreich und Italien zur Untersuchung. Laut der Studie verzeichneten die Fernzüge im Jahr 2025 in allen betrachteten Ländern zusammen eine Verspätung von 136 Jahren. Davon fielen alleine 67 Jahre auf Deutschland, was fast so viel ist, wie die restlichen 6 Länder zusammen. Dadurch landet die Bundesrepublik im Ranking auf dem 7. und damit letzten Platz. Weniger als 60 % aller Fernzüge in Deutschland waren 2025 pünktlich.
Der TGV 9575, der von Paris Est in Frankreich ins baden-württembergische Stuttgart fährt, weist die geringste Quote in Bezug auf die Pünktlichkeit auf. Nach Aussage von Chuuchuu ist diese Verbindung lediglich in rund 13,3 % pünktlich. Die durchschnittliche Verspätung dieses Zuges beträgt rund 24 Minuten und ist wohl auf die behördlich angeordneten Grenzkontrollen in Kehl zurückzuführen. Der EC8 hingegen, der tagsüber von Zürich nach Hamburg über die baden-württembergischen Städte Freiburg, Baden-Baden, Karlsruhe und Mannheim fährt, hat die größte Verspätung. Dieser Zug erreicht nur in 18 % aller Fahrten pünktlich das Ziel und hat durchschnittlich 59 Minuten Verspätung. Dass damit Baden-Württemberg Spitzenreiter in dieser Studie ist, dürfte wohl einigen missfallen.
(Quellen: Statista und Deutsche Bahn)














