
Ein heftiges Unwetter hat in Baden-Württemberg eine Spur der Verwüstung hinterlassen und rund 190 Häuser schwer beschädigt. Dächer wurden abgedeckt und Bäume umgerissen – die Aufräumarbeiten dauern Tage.
Was am Freitag über den Bodensee hinwegzog, hinterließ eine Spur der Verwüstung. Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, Hagelkörner krachten zu Boden. In einem Ort im Kreis Konstanz ist die Lage besonders dramatisch.
Nach Unwetter: Aufräumen wird zum Kraftakt
In Singen-Bohlingen (Kreis Konstanz) sind die Folgen des schweren Unwetters noch immer deutlich sichtbar. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Aufräumarbeiten noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei hat das Unwetter in dem Ortsteil am Freitag rund 190 Häuser beschädigt. Bäume krachten auf Gebäude, Dächer wurden von heftigen Sturmböen teilweise abgedeckt. Insgesamt musste die Feuerwehr dabei am Freitagabend rund 220 Einsatzstellen abarbeiten.
Ein Gebäude ist inzwischen einsturzgefährdet und unbewohnbar. Die sechs Bewohner mussten ihre Unterkunft verlassen und wurden in einem Hotel untergebracht. In Bohlingen leben knapp 2.000 Menschen.
Orkanböen und riesige Hagelkörner wurden zur Gefahr
Wie heftig die Gewitterfront war, zeigen die Messwerte, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) stufte das Unwetter rund um den Bodensee als außergewöhnlich ein. In Schaffhausen in der Schweiz wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 143 Kilometern pro Stunde gemessen – das entspricht Orkanstärke 12. In Steckborn waren es rund 130 Kilometer pro Stunde. Auch auf deutscher Seite tobte der Sturm mit voller Wucht. In Friedrichshafen wurden dabei 114, in Weilheim im Südschwarzwald 112 Kilometer pro Stunde registriert. In Lindau waren es noch etwa 105 Kilometer pro Stunde. Dazu kam Hagel mit Körnern von bis zu fünf Zentimetern Durchmesser. Die Gewitterfront zog aus der Schweiz über den Hochrhein und den Bodensee weiter nach Osten. Zahlreiche Gewitterzellen verstärkten sich gegenseitig und sorgten für die extreme Wetterlage.
Solche Ereignisse könnten durch den Klimawandel künftig häufiger auftreten. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit speichern und damit bei passenden Wetterlagen zusätzliche Energie für Starkregen, Hagel und schwere Gewitter liefern. Messungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Häufigkeit von Starkniederschlägen, die über einen Zeitraum von 24 Stunden anhalten, in Deutschland zwischen 1951 und 2016 um rund 25 Prozent zugenommen hat. Klimaforscher erwarten, dass sich dieser Trend weiter verstärken könnte.
(Quellen: Polizei KN, Feuerwehr Singen)














