
Der Tarifstreit bei der Postbank spitzt sich weiter zu: Verdi kündigt den nächsten Großstreik in Baden-Württemberg an – für Kunden drohen damit nun erneut massive Einschränkungen.
Schon wieder drohen massive Einschränkungen im Südwesten: Hinter den Kulissen brodelt ein Tarifstreit, der nun weitreichende Folgen haben könnte.
Postbank-Zoff eskaliert: Jetzt drohen harte Streiks im Südwesten
Für viele Kunden der Postbank könnte es in den kommenden Tagen ungemütlich werden, denn hinter den Kulissen spitzt sich ein heftiger Tarifkonflikt zu. Die Gewerkschaft Verdi macht ernst – und kündigt flächendeckende Warnstreiks an.
Betroffen sind der Donnerstag, 30. April, sowie der Samstag, 2. Mai. An diesen Tagen müssen Kunden mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Zwar sollen nicht alle Filialen geschlossen bleiben, doch Verzögerungen und Ausfälle im Service gelten schon jetzt als wahrscheinlich. Der Grund für die Eskalation: Die erste Verhandlungsrunde zwischen der Postbank Filialvertrieb AG und Verdi ist aus Sicht der Gewerkschaft krachend gescheitert. Das Angebot der Arbeitgeber sei „völlig unzureichend“. Nach fünf Monaten ohne Gehaltserhöhung seien lediglich zwei Prozent mehr Lohn angeboten worden.
Verdi fordert deutlich mehr Geld – und Schutz für Beschäftigte
Verdi verlangt acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Auch die Auszubildenden sollen profitieren und 200 Euro mehr Vergütung erhalten. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft mehr Sicherheit für Arbeitsplätze und Standorte sowie verbindliche Regeln zum Schutz der Beschäftigten angesichts von Digitalisierung und Umstrukturierungen. Paul Waßmer von Verdi Baden-Württemberg rechnet mit einer hohen Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen. Seine Kritik ist deutlich: Während Gewinne und Lebenshaltungskosten steigen würden, müssten die Beschäftigten Reallohnverluste hinnehmen. Gleichzeitig wachse der Druck durch Filialschließungen und immer neue organisatorische Veränderungen. Die Tarifrunde betrifft bundesweit rund 9.000 Beschäftigte. Weitere Verhandlungen sind für den 18. Mai und den 15. Juni angesetzt. Im Tarifkonflikt 2024 kam es erst nach fünf Verhandlungsrunden zu einer Einigung. Schon damals hatten Warnstreiks wiederholt für erhebliche Einschränkungen im Kundenservice der Postbank gesorgt.
So sehr Warnstreiks ein Druckmittel für Gewerkschaften sind – sie bergen auch Risiken. Sollte ein Streik von Gerichten im Nachhinein als rechtswidrig eingestuft werden, könnten Schadensersatzforderungen drohen. Zudem muss die Gewerkschaft ihren Mitgliedern während des Ausstands Streikgeld zahlen, um den Lohnausfall abzufedern. Trotzdem gilt das Streikrecht in Deutschland als hohes Gut. Es ist durch Artikel 9 des Grundgesetzes geschützt und soll Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Interessen wirksam durchzusetzen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, ver.di, dpa)














