Verkehrschaos in Baden-Württemberg – drei Tage fallen Busse aus

Ein großer Demonstrantenzug in der Innenstadt. Die Protestierenden tragen Gelbwesten, Fahnen und Banner, und vor ihnen sieht man ein Blaulicht eines Einsatzfahrzeuges. Die Streikenden versammeln sich auf der Straße.
Symbolbild © imago/Panama Pictures

Pendler aufgepasst: In Baden-Württemberg droht erneut Verkehrschaos. Drei Tage lang fallen Busse aus. Auch Zugverbindungen sind betroffen. Der Streit zwischen Verdi und SWEG spitzt sich zu.

Pendler müssen sich auf harte Tage einstellen: In Baden-Württemberg drohen erneut massive Ausfälle. Und dieses Mal trifft es Bus- und Zugreisende.

Drei Tage Stillstand – diese Orte sind betroffen

Schon in den vergangenen Wochen standen vielerorts Busse still, nun kündigt sich die nächste Streikwelle an. Für zahlreiche Pendler, Schüler und Reisende dürfte das erneut zu langen Wartezeiten und Umplanungen führen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) erneut zu Warnstreiks auf.

Gestreikt wird von Mittwoch, 30. September, bis einschließlich Freitag, 2. Oktober. Betroffen sind die SWEG-Busbetriebe in Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Endingen, Emmendingen, Weil am Rhein, Müllheim, Dörzbach, Lauda, Wiesloch, Sinsheim und Gammertingen. Auf den bestreikten Linien ist laut Verdi damit zu rechnen, dass weitestgehend keine Busse fahren. Wer auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Bahnhof auf einen SWEG-Bus angewiesen ist, sollte sich deshalb rechtzeitig nach Alternativen umsehen. Doch damit nicht genug: Nach Angaben der SWEG sind auch die Zugleitstellen der SWEG Schienenwege GmbH in Endingen und Gammertingen vom Streik betroffen. Voraussichtlich werden die Züge auf der Münstertalbahn zwischen Bad Krozingen und Münstertal ausfallen.

Lesen Sie auch
Land muss sparen – Regierung schafft trotzdem 60 neue Stellen

Der Streit um Jobs und Geld eskaliert

Hinter dem Warnstreik steckt ein seit Wochen schwelender Tarifkonflikt. Bereits zweimal waren die Busbetriebe jeweils für zwei Tage bestreikt worden. Laut Verdi habe es darauf keine Reaktion des Arbeitgebers gegeben. Mit den neuen Warnstreiks soll nun der Druck auf die SWEG erhöht und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erreicht werden. Im Mittelpunkt steht der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen infolge möglicher Neuausschreibungen von Linienbündeln. Nach Darstellung von Verdi könnten davon rund 500 Beschäftigte an mehreren Standorten betroffen sein. Die Gewerkschaft fordert deshalb einen Tarifsozialplan. Für jeden gekündigten Beschäftigten verlangt sie unter anderem 8.000 Euro Abfindung pro Beschäftigungsjahr sowie 30.000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen.

Parallel läuft die bundesweite Entgeltrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Verdi fordert dabei unter anderem 6,5 Prozent mehr Monatsentgelt, mindestens 100 Euro mehr für Auszubildende und eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro für Gewerkschaftsmitglieder. Eine Einigung gibt es bislang nicht. Die SWEG bezeichnete den Streikaufruf als unverhältnismäßig und verantwortungslos. Konzern-Geschäftsführer Thilo Grabo warf Verdi vor, unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen zu bringen.

(Quellen: ver.di, SWEG)