Wandel: Immer mehr E-Busse in Baden-Württemberg unterwegs

Ein großer grüner Elektrobus fährt durch die Straßen und befördert Personen für den öffentlichen Nahverkehr. Er lädt seinen Akku an einer Ladestation auf. Auch in Karlsruhe sollen immer mehr emissionsfreie E-Busse eingesetzt werden.
Symbolbild © imago/epd

Immer mehr E-Busse prägen das Straßenbild in Baden-Württemberg. Städte wie Freiburg, Mannheim und Stuttgart treiben die Verkehrswende voran – doch bis zur vollständigen Umstellung der Busflotten sind noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Sie rollen fast lautlos durch die Straßen, stoßen keine Abgase aus und sollen den Nahverkehr grundlegend verändern. Doch bis sie das Bild in den Städten prägen, ist noch einiges zu tun.

Städte setzen auf Strom statt auf Diesel

In Baden-Württemberg nimmt die Verkehrswende zunehmend Fahrt auf. Immer mehr Busse fahren elektrisch – und die großen Städte haben ehrgeizige Ziele. Freiburg und Mannheim wollen ihre kompletten Busflotten bis 2030 auf Elektroantrieb umstellen. Auch Stuttgart verfolgt einen klaren Kurs: Bereits Ende 2027 sollen in der Innenstadt ausschließlich E-Busse unterwegs sein. Bei einer vollständigen Umstellung ist allerdings noch keine Stadt im Südwesten angekommen. Dennoch zeigt die Entwicklung deutlich nach oben. Während 2021 lediglich rund achtzig Elektrobusse auf den Straßen des Landes unterwegs waren, sind es inzwischen bereits 479.

Das Landesverkehrsministerium unterstützt diesen Wandel kräftig und stellt allein in diesem Jahr 48 Millionen Euro für die Anschaffung emissionsfreier Fahrzeuge bereit. Mit dem Geld sollen 213 neue Linienbusse sowie fünf Bürgerbusse mit klimafreundlichem Antrieb angeschafft werden.

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Hohe Kosten bremsen den großen Durchbruch

Trotz der Fortschritte bleibt der Anteil der Elektrobusse noch überschaubar. Von knapp 11.200 Bussen im öffentlichen Nahverkehr Baden-Württembergs fahren derzeit lediglich 479 vollelektrisch. Das entspricht gerade einmal 4,25 Prozent der gesamten Flotte. Ergänzt wird der Bestand durch 1.202 Hybridbusse und 21 gasbetriebene Fahrzeuge. Ein Grund für den langsamen Wandel sind die hohen Kosten. Ein zwölf Meter langer batterieelektrischer Stadtbus kostete im vergangenen Jahr laut Medienberichten rund 580.000 Euro. Ein vergleichbarer Dieselbus war mit etwa 310.000 Euro deutlich günstiger. Hinzu kommen teure Investitionen in Ladeinfrastruktur und die Modernisierung von Betriebshöfen.

Deutschlandweit zeigt sich bereits ein klarer Trend: Fast jeder zweite neu gekaufte Stadtbus war im vergangenen Jahr elektrisch unterwegs. Insgesamt sind bundesweit rund 4.750 Busse mit alternativen Antrieben im Einsatz. Die größten Elektrobus-Flotten fahren derzeit im Großraum Hamburg, gefolgt von Berlin. Der Weg zur emissionsfreien Busflotte ist also noch lang. Doch die Richtung steht fest: Der Diesel verliert zunehmend an Bedeutung – und der Elektrobus gewinnt immer mehr an Boden.

(Quellen: dpa, Verkehrsministerium Baden-Württemberg)