Wegen Gefahr: Baden-Württemberg gibt Wolf zum Abschuss frei

Ein leicht geduckter Wolf scheint etwas mit seinen Augen zu fixieren. Die Ohren sind aufgerichtet und sein Kopf ist leicht geneigt. Das Tier befindet sich auf einer Lichtung oder am Waldrand.
Symbolbild © istockphoto/RobChristiaans

Wegen einer drohenden Gefahr ist diese Maßnahme erforderlich. Baden-Württemberg gibt einen Wolf zum Abschuss frei, um Schlimmes zu verhindern. Dennoch sind nicht alle von dieser Maßnahme überzeugt.

Die Sicherheit der Menschen geht vor und deshalb gibt Baden-Württemberg wegen einer möglichen Gefahr einen Wolf zum Abschuss frei. So ohne Weiteres zu verstehen, ist das jedoch nicht. Schließlich zeigte das Tier bisher keine Aggressivität.

Wichtige Rolle in ökologischen Systemen

Der Wolf ist ein gut angepasstes Raubtier aus der Familie der Hunde, das sich durch soziale Strukturen in Rudeln auszeichnet. Er lebt oft in festgelegten Reviersystemen, in denen Tiere in einem Familienverband, der aus dem Elternpaar, Jährlingen und Welpen besteht, zusammenleben. Wölfe nutzen ausgeprägte Kommunikationsformen wie Heulen, Körpersprache und Duftmarken. Ihre Nahrung besteht aus Aas, Kleinsäugern sowie großen Huftieren wie Reh-, Rot- oder Schwarzwild. Als Beutegreifer übernehmen sie in ökologischen Systemen eine wichtige Rolle und tragen zur Regulierung von Populationen bei. Doch leider kommt es auch immer wieder zu Begegnungen mit Menschen, weshalb Baden-Württemberg einen Wolf zum Abschuss frei gibt.

Alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft und erfolglos

Das baden-württembergische Umweltministerium hat eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt, damit das spezialisierte Jagd-Team den im Nordschwarzwald lebenden Rüden GW2672m, der als Hornisgrinde-Wolf bekannt ist, entnehmen kann. In der jüngeren Vergangenheit zeigte dieses Tier ein auffälliges Verhalten, weil es sich Hunden und deren Besitzern auf kürzeste Distanz näherte. Der Wolf war zwar nicht aggressiv, zeigte allerdings auch wenig Scheu vor Menschen. Im Wolfmanagement des Landes Baden-Württemberg hat grundsätzlich die Regel bestand, auffälliges Verhalten bei Wölfen zu verhindern und zeitnah entsprechende Entwicklungen derartiger Verhaltensweisen zu unterbinden. Dabei hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität.

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Das Umweltministerium hatte zunächst Mitte 2024 angeordnet, den Wolf zu fangen und mit einem Sender zu versehen, um anschließend durch gezielte Abschreckungsmaßnahmen eine erhöhte Scheu vor Menschen wieder anzutrainieren. Die Versuche, das Tier zu fangen und zu betäuben, waren jedoch allesamt erfolglos. Stattdessen lockten Menschen für Foto- oder Videoaufnahmen das Tier immer wieder an. Damit stieg die Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf die letzte Scheu vor Menschen gänzlich verliert und die Gefahr für den Menschen ins Unermessliche ansteigt. Da alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind und erfolglos blieben, gibt Baden-Württemberg den Wolf deshalb nun zum Abschuss frei.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Umweltministerium Baden-Württemberg, Angaben aus dem Wolfsmanagement des Landes)