Weniger schwere Verläufe: Kliniken melden Erfolg durch Impfungen

Ein Arzt gibt einem Kind eine Spritze in den Oberarm. Die Aufnahme zeigt die Spritze, die die Hände des Doktors halten. Das T-Shirt vom Kind ist hochgekrempelt, sodass die Impfung in den Arm gehen kann.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Neue Statistiken zeigen den vollen Erfolg der Schutzimpfungen: Denn die deutschen Kliniken verzeichnen nun drastisch weniger schwere Fälle und somit endlich eine spürbare Entlastung auf ihren Stationen.

Der belegte Erfolg der aktuellen Impfungen führt zu einer deutlichen Entspannung in Deutschlands Kliniken. Dies ist ein großer Wendepunkt im Kampf gegen schwere Atemwegserkrankungen.

Bis zu 83 Prozent weniger Krankenhausaufenthalte

Die neuesten Daten und Berichte aus den Krankenhäusern belegen, dass die breite Anwendung von Schutz-Impfungen gegen schwere Atemwegserkrankungen wirkt. Besonders deutlich wird der positive Effekt bei der RSV-Impfung für Säuglinge, die seit 2024 empfohlen wird. In Baden-Württemberg berichten Kinderkliniken von einer spürbaren Entlastung. So sank die Zahl der Säuglinge, die in der Stuttgarter Kinderklinik wegen schwerer RSV-Verläufe stationär behandelt werden mussten, von etwa 630 in der Saison 2023/24 auf nur noch 220 im Winter nach Beginn der Immunisierung. Eine ähnliche Entwicklung wird für die aktuelle RSV-Welle erwartet. Studien zeigen, dass sich durch eine flächendeckende Impfung eines Jahrgangs die stationären Aufnahmen um bis zu 80 Prozent reduzieren lassen. Die Daten zeigen: Impfungen sind ein medizinischer Erfolg, der zu einer massiven Entlastung der Kliniken führt.

Und die positive Wirkung beschränkt sich nicht nur auf RSV. Denn eine große internationale Übersichtsarbeit, die 511 Studien ausgewertet hat, bestätigt den hohen Nutzen auch für COVID-19- und Grippe-Impfungen. Alle drei Impfungen reduzieren somit das Risiko für Krankenhausaufenthalte erheblich. Bei älteren Menschen ab 60 Jahren verhindert die RSV-Impfung etwa 79 Prozent der Krankenhausaufenthalte. Die angepassten COVID-19-Impfstoffe senken das Risiko für Erwachsene um rund 50 Prozent. Die Grippeschutzimpfung führt bei Kindern zu etwa 67 Prozent weniger Krankenhausaufenthalten.

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Impfen entlastet das Gesundheitssystem und rettet Leben

Die Analyse zeigt zudem, dass die Impfungen insgesamt sicher sind. Schwere Nebenwirkungen sind selten, und das Risiko durch die eigentliche Krankheit ist deutlich höher als das Risiko durch die Impfung. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sehen Schutzmöglichkeiten für verschiedene Gruppen vor: eine passive Immunisierung für alle Säuglinge, eine Impfung für Schwangere zum Nestschutz und eine aktive Impfung für Erwachsene ab 60 Jahren, insbesondere für alle ab 75.

Die aktuellen Daten und Erfolge machen also deutlich, dass Impfungen ein zentraler Baustein sind, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und sowohl Kliniken im Speziellen als auch das Gesundheitssystem im Allgemeinen nachhaltig zu entlasten.

(Quellen: RKI, Bundesgesundheitsministerium)