
Ein Wolf im Schwarzwald sorgt weiter für Unruhe: Trotz mehrerer Trainingsversuche kommt er dem Menschen auffällig nah. Jetzt erhöht die Politik den Druck – und droht mit drastischen Konsequenzen.
Immer wieder kommt er Menschen gefährlich nah: Der Hornisgrinde-Wolf sorgt im Schwarzwald für Aufregung. Jetzt wird es für das Tier ernst.
Dieser Wolf will einfach nicht auf Abstand bleiben
Seit mehr als drei Jahren sorgt der Hornisgrinde-Wolf für Diskussionen. Spaziergänger und vor allem Hundehalter berichten immer wieder von Begegnungen mit dem Tier. Teilweise folgt der Wolf den Menschen in weniger als dreißig Metern Abstand – ein Verhalten, das Experten mit Sorge betrachten. Dabei ist längst nicht alles unversucht geblieben. Mehrere Maßnahmen sollten dem Wolf seine natürliche Scheu vor Menschen zurückgeben. Doch die bisherigen Versuche blieben ohne dauerhaften Erfolg.
Nun soll ein letzter Versuch gestartet werden. Der Nationalpark Schwarzwald plant sogenannte Vergrämungsmaßnahmen. Dabei soll der Wolf gezielt lernen, Menschen wieder zu meiden. Wie lange diese Maßnahmen laufen und wann anschließend eine Entscheidung über einen Abschuss fallen könnte, ist bislang offen. Für Landwirtschaftsministerin Marion Gentges (CDU) ist die Geduld allerdings begrenzt. Sie stellt dem Tier ein klares Ultimatum: Sollte sich der Wolf weiterhin Menschen nähern, droht der Abschuss. Eine entsprechende Genehmigung hatte das baden-württembergische Umweltministerium bereits Anfang des Jahres erteilt. Seit Mitte März ist sie jedoch ausgesetzt – mit dem Ende der Paarungszeit.
Immer mehr Wölfe – und mehr Begegnungen?
Parallel zu den Maßnahmen setzt der Nationalpark auf Aufklärung. Ranger informieren über soziale Medien, neue Hinweisschilder rund um Hornisgrinde und Herrenwies sowie in einem ausführlichen YouTube-Video über das Verhalten von Wölfen. Auch Bürger können helfen. Sichtungen sollen unbedingt gemeldet werden. So können Experten die Lage besser einschätzen und Schutzmaßnahmen koordinieren. Meldungen nimmt die FVA Baden-Württemberg ebenso entgegen wie die Nationalparkverwaltung.
Der Fall am Hornisgrinde ist dabei Teil einer größeren Entwicklung: Die Zahl der Wölfe in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Monitoringjahr 2014/2015 wurden 268 Wölfe erfasst, 2024/2025 waren es bereits 1.633. Das entspricht einem Zuwachs von gut 500 Prozent.
(Quellen: Umweltministerium Baden-Württemberg, Nationalpark Schwarzwald)














