Zum ersten Mal: Baden-Württemberg schiebt 1000 Straftäter ab

Ein Mannschaftswagen steht in der Nacht vor einem Asylheim und bewacht die Situation. Das Flüchtlingsheim ist ein schlichtes Gebäude, aus den Fenstern scheint licht. In Baden-Württemberg schiebt man 1000 Straftäter ab.
Symbolbild Foto: Christoph Petersen/dpa

Baden-Württemberg hat einen Rekord bei den Abschiebungen von Straftätern geschafft. Die Zahl der Menschen, die zurück in ihre Heimat müssen, erreicht dabei eine historische Marke.

In dieser Hinsicht scheint die schwarz-rote Koalition ihre Versprechen umzusetzen. Aus Baden-Württemberg hat man nun so viele Straftäter abgeschoben wie nie zuvor.

Rekordzahl bei Abschiebungen von Straftätern: Freiwillige Ausreisen steigen parallel an

Die Linie der Landesregierung ist eindeutig: Wer in Deutschland straffällig wird und keinen sicheren Aufenthaltsstatus hat, muss gehen. Diesem Grundsatz folgt Baden-Württemberg inzwischen mit einer nie dagewesenen Konsequenz. Denn im vergangenen Jahr wurden aus dem Südwesten erstmals mehr als 1.000 ausländische Straftäter abgeschoben – ein historischer Höchstwert, der die verschärfte Abschiebepraxis unterstreicht. Die offiziellen Zahlen des Stuttgarter Justizministeriums belegen diesen starken Kurs:  2025 verließen genau 3.397 Menschen das Land zwangsweise, eine deutliche Steigerung gegenüber den 2.873 Abschiebungen im Jahr davor. Der Anteil der Gesetzesbrecher unter ihnen ist dabei besonders auffällig. Mit 1.046 abgeschobenen Straftätern wurde in Baden-Württemberg die Marke von eintausend erstmals durchbrochen. Das entspricht einem Plus von rund einem Drittel gegenüber 2024.

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Die Justizministerin Marion Gentges von der CDU wertet diese Rekordzahl als klares Signal. Sie betont, die Praxis widerlege den Vorwurf, es würden systematisch gut integrierte Menschen abgeschoben. Stattdessen konzentriere man sich gezielt auf diejenigen, die sich nicht an die Gesetze halten und daher als erste das Land verlassen müssten. Die meisten der Abgeschobenen mussten nach Georgien, Nordmazedonien, in die Türkei, den Kosovo, nach Gambia oder Serbien ausreisen. Parallel zu den zwangsweisen Maßnahmen stieg auch die Zahl der freiwilligen Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern auf 3.844.

Die Blockierer: Staaten, die ihre Bürger nicht zurücknehmen

Dennoch bleiben erhebliche praktische Hürden. Staaten wie Eritrea oder der Sudan weigern sich beharrlich, ihre eigenen Staatsangehörigen zurückzunehmen. Als mögliche Lösung für solche Fälle prüft Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) laut Angaben aus Stuttgart nun die Einrichtung von Abschiebezentren außerhalb der EU.

Bis dahin bleibt die Abschiebepraxis ein Balanceakt zwischen politischem Willen, diplomatischen Möglichkeiten und völkerrechtlichen Grenzen – den Baden-Württemberg im vergangenen Jahr so entschlossen wie nie zuvor beschritten hat.

(Quellen: Bundesland Baden-Württemberg, Asylpolitik Deutschland, SWR)