200 Jahre alter Baum muss weichen im Karlsruher Raum

Ein Mann steht auf einem Kran in einer Baumkrone und fällt deren Äste. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne scheint. Der Baumarbeiter beschneidet die Zweige, damit der Baum besser wachsen kann. Im Karlsruher Raum muss ein 200 Jahre alter Baum weichen.
Symbolbild © istockphoto/majorosl

Ein 200 Jahre alter Baum im Karlsruher Raum musste nun aus Sicherheitsgründen sein markantes Aussehen verlieren. Leider war nach all den Jahren diese radikale Maßnahme nötig.

Nur noch ein Stamm von zehn Metern Höhe: So endete das Schicksal eines 200 Jahre alten Baums im Karlsruher Raum nach einer drastischen Pflegemaßnahme.

Das Ende eines markanten Wahrzeichens, denn Sicherheit geht vor

Der markante Baum, der vielen Wanderern als Orientierungspunkt und besonderer Ort diente, ist kaum wiederzuerkennen. Die sogenannte Bildeiche – ein etwa 200 Jahre alter Baum am Weg zum Fremersberg – wurde Mitte Dezember drastisch gestutzt und steht heute nur noch als knapp zehn Meter hoher Torso da. Der radikale Eingriff im Stadtwald von Baden-Baden wurde notwendig, weil der Baum über die Jahre stark an Stabilität verloren hatte. Wie das städtische Forstamt bereits Anfang Dezember ankündigte, wies die Eiche offene Wunden, Höhlungen und absterbende Äste auf. An mehreren Schwachstellen drohte der Stamm zu brechen. Und das hätte an der viel frequentierten Wegekreuzung eine ernste Gefahr für Spaziergänger und Wanderer bedeutet.

Die Arbeiter haben die mächtige Baumkrone vollständig entfernt. Dieser Eingriff soll nach Angaben der Stadtverwaltung den Schwerpunkt des Baumes nach unten verlagern und ihn so weniger anfällig gegen Stürme machen. Das Forstamt betonte, dass die Bildeiche auf diese Weise „als monumentaler Stamm weiterbestehen“ könne. Ob der 200 Jahre alte Baum nach diesem massiven Schnitt im Frühjahr jedoch wieder austreibt, ist ungewiss. Die Maßnahme steht im Kontext der umfassenden Waldbewirtschaftungsstrategie der Stadt Baden-Baden. Nach den verheerenden Schäden durch Orkan Lothar im Jahr 1999 wird der rund 7.500 Hektar große Stadtwald seit Jahren zu einem klimaresilienten und naturnahen Wald umgestaltet. Dabei spielt die langfristige Klimastabilität der Wälder eine herausragende Rolle – insbesondere angesichts der ambitionierten Klimaschutzziele der Stadt.

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Bürger wünschen sich das Wahrzeichen zurück, doch die Zukunft bleibt ungewiss

Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Veränderung an der Bildeiche den Verlust eines vertrauten Wahrzeichens. Der Baum mit seiner bizarren Wuchsform und dem Marienbild am Stamm galt lange als besonderer Ort im Stadtwald. Nun bleibt abzuwarten, ob man den alten Baumstamm tatsächlich dauerhaft erhalten kann oder ob hier ein Stück Naturgeschichte vollkommen verschwindet.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)