200 Jahre: Traditionsbrauerei bei Karlsruhe droht Schließung

Die Abfüllanlage einer Brauerei ist zu sehen. Auf einem Fließband reihen sich viele braune Flaschen aneinander. Im Hintergrund sind Maschinen aus Metall zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/rusak

Die Wirtschaft fordert ein weiteres Opfer: Denn eine Traditionsbrauerei bei Karlsruhe muss jetzt wohl ebenfalls dicht machen. Dabei kommt das Ende für Experten nicht wirklich überraschend.

Die wirtschaftliche Situation in Deutschland macht nicht nur kleinen, sondern auch alteingesessenen Konzernen zu schaffen. Jetzt wirft eine Traditionsbrauerei bei Karlsruhe scheinbar das Handtuch.

Die Franzosen sagen nichts zu der schrecklichen Situation

Wer an deutsche Traditionen denkt, der kommt an Bier nicht vorbei. Immerhin sind das Reinheitsgebot und die Qualität der deutschen Anbieter weltbekannt. Wer hierzulande unterwegs ist, kann zwischen tausenden Biermarken wählen. Doch die Wirtschaft dünnt die Optionen für Verbraucher ordentlich aus. Erst kürzlich hat das Mannheimer Bierunternehmen Eichbaum Insolvenz anmelden müssen. Jetzt folgt gleich die nächste Traditionsbrauerei bei Karlsruhe.

Dabei handelt es sich um den bereits im Jahr 1824 gegründeten Konzern Mälzerei Durst Malz mit Sitz in Bruchsal-Heidelsheim im Kreis Karlsruhe. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass das Unternehmen dicht machen soll. Die Verantwortlichen hüllen sich jedoch in Schweigen. Das Mutterunternehmen Soufflet Malt sitzt in Frankreich und hat noch keinerlei Informationen preisgegeben. Die Entscheidung, dass hunderte Mitarbeiter ihren Job verlieren werden, steht jedoch. Was konkret mit Ihnen geschieht, weiß niemand.

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Stirbt eine deutsche Tradition?

Die Schließung der Traditionsbrauerei bei Karlsruhe steht aktuellen Medienberichten nach fest. So wurden die Mitarbeiter demnach bereits am 9. Dezember bei einer Betriebsversammlung darüber aufgeklärt, dass der Standort in Bruchsal-Heidelsheim sowie ein weiterer im südhessischen Gernsheim noch in diesem Jahr dichtgemacht werden. Eine öffentliche Stellungnahme gibt es bislang nicht. Doch der Sales Manager Deutschland, Philipp Schumpp, erklärt sich die Umstände mit der Marktsituation.

So verweist er auf die anhaltenden Herausforderungen der Bierbranche. Denn das beliebte Getränk steckt schon länger in einer echten Krise. Das liegt vorrangig daran, dass die Nachfrage sinkt. Branchenvertreter beobachten den Trend zu einem gesünderen Lebensstil in Kombination mit dem steigenden Durchschnittsalter der Deutschen mit kritischem Blick. Denn für den Absatz der deutschen Brauereien ist das eine Katastrophe. Erst im Jahr 2024 gab es einen echten Minusrekord in der Branche. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Blatt in 2026 dreht, sodass die deutsche Tradition wieder einen Aufschwung erlebt.

(Quellen: Durst Malz, Heidelsheim)