
Schock für Hunderte Beschäftigte: Ein großer Karlsruher Internet-Konzern muss Stellen streichen. Dabei meldete das Unternehmen zuletzt starke Wachstumszahlen – doch nun sollen trotzdem zahlreiche Jobs wegfallen.
Ein Konzern mit Millionen Kunden baut kräftig um: Was zunächst nach Wachstum klingt, hat für Hunderte Beschäftigte Folgen. Auch Karlsruhe ist betroffen.
Millionen für den Umbau – und weniger Mitarbeiter
Beim deutschen Internet-Konzern United Internet stehen große Veränderungen an. Die Tochterfirmen Ionos und 1&1 sollen insgesamt rund 800 Stellen abbauen. Gleichzeitig will der Konzern Millionen in die Zukunft investieren. Besonders hart trifft es Ionos mit Sitz in Karlsruhe. Dort sollen 450 Stellen gestrichen werden. Die Zahl der Vollzeitkräfte soll dadurch von rund 3.800 auf etwa 3.350 sinken. Die Hälfte der betroffenen Arbeitsplätze entfällt auf das In- und die andere Hälfte auf das Ausland.
Der Stellenabbau soll hauptsächlich über Freiwilligenprogramme erfolgen. In den jeweiligen Ländern sollen zudem die dort geltenden Voraussetzungen berücksichtigt werden. Für Ionos ist der Schritt Teil eines strategischen Transformationsprogramms, das United Internet am 10. September bekannt gab. Doch warum der massive Schnitt? Ionos will sich stärker auf neue Marktchancen und künftiges Wachstum konzentrieren. Dabei soll insbesondere Künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen. Auch das Cloud-Geschäft soll weiter ausgebaut werden.
Erst Wachstum, dann der große Stellenabbau
Ionos ist zuletzt gewachsen. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Umsatz um 6,9 Prozent auf 701,1 Millionen Euro. Gleichzeitig kamen 280.000 Kunden hinzu. Insgesamt zählt das Unternehmen nun rund 6,91 Millionen Kunden. Trotz dieser Entwicklung sollen die Personalkosten deutlich sinken. Ionos erwartet ab 2027 jährliche Einsparungen von rund 30 Millionen Euro. Für den Stellenabbau selbst fallen im Jahr 2026 voraussichtlich rund 35 Millionen Euro an. Auch die zweite betroffene Tochterfirma muss Federn lassen: Bei 1&1 mit Sitz in Düsseldorf sollen 350 Stellen wegfallen.
Der Abbau reiht sich in einen größeren Trend ein. Laut einer Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft plant jedes dritte Unternehmen in Deutschland für 2026 einen Stellenabbau. Besonders angespannt ist die Lage in der Industrie: Dort wollen 41 Prozent der Unternehmen Personal reduzieren, während nur etwa jedes siebte Unternehmen Neueinstellungen plant.
(Quellen: IONOS)














