70 Jobs sind weg: Großbetrieb bei Karlsruhe droht harter Schlag

Ein Arbeiter steht vor einer riesigen Anlage in einer großen Industriehalle und legt seine Hand auf etwas, was aus Stahlringen besteht. Er trägt einen Helm für mehr Sicherheit bei seinen Arbeiten. Es handelt sich um einen Großbetrieb bei Karlsruhe.
Symbolbild © imago/Rupert Oberhäuser

Ein Großbetrieb in der Region Karlsruhe schockt seine Mitarbeiter mit einer schlechten Nachricht: Rund 70 Jobs sollen noch in diesem Jahr wegfallen. Die Geschäftsführung bestätigte die schmerzhafte Entscheidung.

Der folgende Zulieferer muss sich massiv umstrukturieren. Deshalb steht jetzt fest: Der Großbetrieb bei Karlsruhe baut 70 Jobs ab.

Schwerer Schock für die Belegschaft: Jeder neunte Job steht auf der Kippe

Die Krise der Automobilindustrie trifft einen traditionsreichen Großbetrieb im Kraichgau mit voller Wucht: Am Standort Bretten bei Karlsruhe sollen bis zu 70 Arbeitsplätze gestrichen werden. Betroffen ist die Atlas Copco ISA GmbH, ein Zulieferer für Fügetechnologien, der bislang als stabiler Arbeitgeber galt. Die Nachricht traf die Belegschaft wie ein Schlag. Rund 550 Menschen arbeiten derzeit am Standort Bretten – jeder neunte von ihnen könnte nun also seinen Job verlieren. Das Unternehmen betont, dieser schwere Schritt sei notwendig, um die langfristige Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern. Für die betroffenen (Noch-)Mitarbeiter ist das allerdings nur ein schwacher Trost.

Hinter dem Stellenabbau steht der anhaltende Druck auf die Automobilbranche. Atlas Copco liefert unter anderem Klebe- und Dosiersysteme sowie Spezialschrauben an die Autoindustrie. Seit Monaten kämpfen viele Zulieferer mit rückläufigen Aufträgen und müssen ihre Kapazitäten anpassen. Somit hatte man die Mitarbeiter über die Pläne wohl schon im Oktober informiert. Der Großbetrieb bei Karlsruhe stehe in intensiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern und prüfe alle Möglichkeiten, um die Zahl der betroffenen Jobs noch zu reduzieren, heißt es. Doch für viele Beschäftigte bricht dennoch eine Gewissheit zusammen. Sie hatten gehofft, bis zur Rente in dem weltweit agierenden Konzern arbeiten zu können.

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Der Standort Bretten blickt auf eine lange Geschichte zurück. Einst als SCA Schucker gegründet, wurde das Werk 2011 von der schwedischen Atlas Copco Group übernommen. Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 55.000 Menschen – doch auch diese Größe schützt nicht vor den wirtschaftlichen Herausforderungen in der Schlüsselindustrie Automotive.

Für die Region Karlsruhe bedeutet dies einen erneuten Verlust an industriellen Arbeitsplätzen. Die Zukunft des Standorts Bretten hängt nun maßgeblich von der Entwicklung der angeschlagenen Automobilindustrie ab.

(Quellen: Atlas Copco, dpa)