
Abriss der Karlsruher Turmbergbahn – jetzt ist es so weit. Was im vergangenen Jahr mit der Stilllegung begann, findet nun seine traurige Vollendung. Die historische Ära geht damit endgültig zu Ende.
Ab März zertrümmern Bagger die alte Talstation, während man die Gleise Stück für Stück aus dem Durlacher Hang reißen wird. Der Abriss der alten Karlsruher Turmbergbahn steht uns also kurz bevor.
Wehmut am Hang: Abschied von einem historischen Stück Durlach
Es ist ein Stück Durlacher Geschichte, das nun Stück für Stück verschwindet – und doch geht es um die Zukunft: Im März starten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mit dem Rückbau der alten Turmbergbahn. Damit wird der Weg frei für die moderne, barrierefreie Nachfolgerin, die künftig bis zur Bundesstraße B3 hinunterfahren wird. Wer in den vergangenen Tagen einen Blick auf den Turmberg warf, konnte es bereits ahnen: Die Bäume entlang der Trasse sind gefällt, jetzt folgt die Technik. Ab März werden die historische Talstation, die Gleise und Teile der Bergstation abgetragen. Die Firma Libare, spezialisiert auf solch filigrane Rückbauarbeiten, soll bis Juni alles für den Neubau vorbereiten.
Dabei war der Weg bis zum ersten Spatenstich alles andere als kurz. Seit 2017 wurde gerungen, gerechnet und diskutiert – im Gemeinderat, im Ortschaftsrat Durlach und nicht zuletzt mit den Bürgern. Am Ende stand ein klares Votum für den Neubau. Bei den Verkehrsbetrieben blickt man inzwischen schon voller Vorfreude auf die bevorstehende Umsetzung dieses lang geplanten Vorhabens. Im Herbst, wenn die letzten Abrissbagger verschwunden sind, übernimmt dann die Schweizer Firma Garaventa. Die Seilbahnexperten der Doppelmayr-Gruppe werden für rund 15 bis 18 Monate am Turmberg im Einsatz sein. Sie bauen nicht nur die neue Trasse, sondern auch die beiden Stationen – und eine Brücke für Fußgänger und Radler an der vielbefahrenen Kreuzung unterhalb des Bergs.
Staugefahr am Turmberg: Wenn die Bagger kommen, müssen Autofahrer Geduld mitbringen
Bis es so weit ist, müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer noch etwas gedulden. Im Frühjahr wird an der Reichardtstraße eine neue Trafostation gebaut, im Sommer wandern Leitungen im Bereich der B3. Kleine Einschränkungen für ein großes Ziel: Ende 2027 soll die neue Bahn fahren. Leise, modern und so, dass sie alle nutzen können – auch Menschen mit Rollator oder Kinderwagen.
Rund 32 Millionen Euro kostet das Projekt, das Land Baden-Württemberg trägt mehr als die Hälfte. Für Durlach und ganz Karlsruhe ist es mehr als nur eine Baustelle: Es ist ein Versprechen, dass dieses Wahrzeichen auch die nächsten 60 Jahre erleben darf.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














