
Für viele ist es ein Stück Heimat. Dennoch steht das Karlsruher Kult-Haus jetzt vor seinem Ende. Nach Jahrzehnten voller Leben und Begegnungen wird ein wichtiger Treffpunkt bald verschwinden.
Eine Ära geht zu Ende – doch vielleicht könnte es auch ein Neuanfang sein. Nichtsdestotrotz muss das beliebte Kult-Haus in Karlsruhe weichen. Denn man reißt es jetzt tatsächlich ab.
Letzter Vorhang für ein Zuhause: Abschied von einem unverzichtbaren Treffpunkt
Zwischen Marien- und Wilhelmstraße versteckt sich der auffällige Pyramidenbau aus Backstein, der über Jahrzehnte hinweg Dreh- und Angelpunkt für Kinder und Jugendliche war. Hier spielte einst sogar Pietro Lombardi Fußball, hier wurde gebastelt, gekocht, gezockt, geträumt – für viele war das KJH einfach der Treffpunkt schlechthin. Somit ist das Jugendhaus in der Südstadt für viele Menschen so viel mehr als nur ein Gebäude. Es ist ein Ort voller Erinnerungen und Geschichten. Doch nach fast 45 Jahren steht fest: Das Karlsruher Kult-Haus wird bald abgerissen.
Die Substanz des berühmten Hauses ist nämlich in die Jahre gekommen. Im Untergeschoss dringt Feuchtigkeit ein, Wände sind nass, Leitungen lecken, Mineralien blühen aus dem Mauerwerk. Die Holzdielen auf der Terrasse wölben sich, Regenwasser läuft durch die Decke. Dazu kommt: Barrierefreiheit? Fehlanzeige. Dabei ist Inklusion im KJH seit Jahren ein zentrales Thema. Außerdem diskutiert man schon seit Jahren über einen Neubau – und dieser ist jetzt beschlossene Sache. Der Abriss des Karlsruhe Kult-Hauses ist bereits ausgeschrieben. Zwischen Ende September und Dezember 2025 sollen hier die Bagger anrollen.
Ein Stück Kindheit stirbt: Das Kult-Haus der Südstadt wird für immer verschwinden
Danach entsteht ein moderner Neubau in Riegelbauweise zwischen Grünstreifen und Augartenstraße. Zwei Jahre Bauzeit sind eingeplant – der Einzug könnte 2028 erfolgen. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von rund 10,8 Millionen Euro. Obendrein soll das Südstadtfestival in der Bauzeit wohl eine Pause einlegen.
Auch wenn das berühmte Backsteingebäude verschwindet: Das Angebot bleibt. Während der Bauzeit zieht das Jugendhaus-Team ins Luise-Riegger-Haus um – inklusive Biertischen, Bastelmaterial und Spielgeräten. Die Vorbereitungen dazu sind wohl schon in vollem Gange. Am 15. September soll der Umzug starten.
Doch was bleibt am Ende übrig? Es sind die unzähligen Erinnerungen an das Haus, die überleben werden – Erinnerungen, die für Generationen zum Herzstück der Südstadt wurden. Das Kult-Haus in Karlsruhe wird also tatsächlich bald Geschichte sein – doch es hinterlässt eine lebendige Spur voller gemeinsamer Momente, Freundschaften und Geschichten. Es macht Platz für eine neue Zukunft: barrierefrei, modern und voller Möglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen, die hier ihre nächsten Kapitel schreiben werden.














