
Eine Ruine bei Karlsruhe sorgt wieder einmal für Diskussionen. Sie bleibt bisher noch stehen, obwohl sich alle einig sind, dass sie weg muss. Nun ergeben sich erneut bürokratische Hindernisse.
Aufregende Zeiten hat diese Ruine bei Karlsruhe hinter sich und noch bleibt sie stehen. Allerdings ist ihr Zustand so schlecht, dass sie abgerissen werden soll. Nun ergeben sich jedoch wieder Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen, bevor es weitergehen kann.
Ein Lost Place wird zum Schandfleck: Ruine bei Karlsruhe soll abgerissen werden
Wohl kaum jemand erinnert sich noch an die Glanzzeiten, die die Ruine an der Schwarzwaldhochstraße einst erlebt hatte. Einst war sie ein Hotel und diente der Region als Magnet für Tourismus. In der Nachkriegszeit erholten sich hier Bergarbeiter. Seit 1990 verlor das Kurheim jedoch zunehmend an Bedeutung und stand seitdem leer. In dieser Zeit begann auch das Trauerspiel um einen einstigen Tourismus-Magneten.
Der verheerende Orkan Lothar beschädigte das Gebäude schwer. Es wird nun offiziell als einsturzgefährdet eingestuft. Ein Wiederaufbau bleibt aus. In der Folgezeit wechselt die Immobilie mehrfach über Zwangsversteigerungen den Besitzer. Verschiedene Investoren (unter anderem aus Bulgarien und der Türkei) kündigen Großprojekte wie Low-Budget-Hotels an, lassen das Gebäude jedoch komplett verrotten und nutzen es als Spekulationsobjekt. Da die Ruine zunehmend zur Gefahr wird und einen Schandfleck für die Gemeinde darstellt, beschließt man den Zwangsabriss.
Trotz Abrissvorhaben: Ruine bei Karlsruhe bleibt weiterhin stehen
Rechtlich gesehen gehört die Hundseck-Ruine zwei Eigentümern aus der Türkei. Diese erreichen die deutschen Behörden jedoch schon seit Jahren nicht mehr. Die Eigentümer kommen ihren Pflichten nicht nach und haben sämtliche Termine der deutschen Behörden verstreichen lassen. Deshalb haben sich alle zuständigen Parteien, die Stadt Bühl, die Gemeinde Ottersweier, das Landratsamt Rastatt sowie das Land Baden-Württemberg geeinigt, sich die Kosten untereinander aufzuteilen.
Doch erneut tauchen Probleme auf. Zum einen dient die Ruine als Nistplatz für Fledermäuse. Aufgrund des Naturschutzes steht den Behörden damit nur ein enges Zeitfenster zum Abriss zur Verfügung, in diesem Fall der Monat September. Verpasst man dies aufgrund der derzeit noch herrschenden Unsicherheiten bezüglich der Zuständigkeit, verschiebt sich der Abriss um ein ganzes Jahr. Deshalb müssten die notwendigen Entscheidungen bereits jetzt getroffen werden. Zudem wollen die Behörden die Eigentümer finanziell in die Pflicht nehmen, auch wenn dies eher aussichtslos erscheint. Aufgrund der Umstände rechnen viele nun damit, dass der verfallene Lost Place auch im Jahr 2026 stehen bleiben wird.
(Quellen: Stadt Bühl, Landratsamt Rastatt, Regierungspräsidium Karlsruhe)














