Angriff an Realschule bei Karlsruhe: Schüler schlägt auf Lehrer ein

Eine typische Situation im Klassenzimmer. Auf das White-Board sind Zahlen und Formeln geschrieben. Davor sitzt ein Lehrer mit blauem Hemd auf dem Lehrertisch und stellt eine Frage. Die Schüler hören zu. Eine Schülerin hebt die Hand, um sich zu melden und eine Antwort zu geben.
Symbolbild © istockphoto/Ridofranz

Ein Schüler schlägt einen Lehrer nach einer Ermahnung zusammen. Während der Pädagoge bis auf Weiteres ausfällt, muss die Schule nun über die Rückkehr des gewalttätigen Jugendlichen entscheiden.

Nach einer brutalen Attacke an einer Realschule stellt sich die Frage, ob ein Schüler, der einen Lehrer schlägt, in den Unterricht zurückkehren darf.

Überreagiert: Tat nach Ermahnung wegen Unpünktlichkeit

Eine brutale Prügelattacke erschüttert die Realschule in Gaggenau. Ein Schüler soll Ende Januar einen Lehrer nach einer Ermahnung mit Faustschlägen verletzt haben. Der Pädagoge fällt vorerst aus. Indessen steht die Entscheidung an, ob der Jugendliche an seine Schule zurückkehren darf. Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 28. Januars im Schulzentrum Dachgrub. Auslöser war laut Polizei eine Ermahnung wegen Unpünktlichkeit. Der Lehrer hatte eine Schülerin gemaßregelt. Kurz darauf wurde er außerhalb des Klassenzimmers von ihrem älteren Bruder, einem Schüler der Schule, attackiert und zusammengeschlagen.

Während die Polizei von einer leichteren Verletzung spricht, beschrieb der Schulleiter den Zustand des Kollegen in einer Mitteilung an die Eltern als massiv verletzt. Der Lehrer musste ärztlich versorgt werden, während die Ermittlungen des Polizeipräsidiums Offenburg laufen. Jetzt muss die Schule über das weitere Vorgehen entscheiden. Die obere Schulaufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Karlsruhe, bestätigte entsprechende Prüfungen. Die Schulpflicht für den Jugendlichen gilt zwar weiter. Ob er jedoch an seine alte Schule zurückkehren kann, wird erst nach einer Anhörung von ihm und seinen Erziehungsberechtigten festgelegt. Bei einem möglichen Schulausschluss müsste ihn eine andere Realschule in der Region aufnehmen. Diese Entscheidung steht unter großem Druck, da sie ein Zeichen für den Umgang mit Gewalt an der Schule setzt.

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Der Vorfall ist ein extremes Einzelereignis, fügt sich jedoch in ein bundesweites Bild. Laut Umfragen des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) berichteten zwischen 2018 und 2023 etwa 35 Prozent der Schulleitungen von Fällen physischer Gewalt gegen Lehrkräfte.

Um die aufgewühlte Schulgemeinschaft zu unterstützen, waren umgehend Krisenteams vor Ort. Die schulpsychologische Beratungsstelle bot Hilfe für die betroffene Klasse, Mitschüler und das Lehrerkollegium an. Der Schulleiter betonte in seiner Kommunikation an die Eltern, dass Gewalt in der Schulgemeinschaft keinen Platz habe, und rief zu Gesprächen mit den Kindern auf. Weitere Aufarbeitungsmaßnahmen sind bereits in Planung.

(Quellen: Staatliches Schulamt Karlsruhe, Schulleitung, Polizei)