Antrag vom Tisch: Karlsruher Traditionsbad steht vor Schließung

Kinderfüße am Rande eines Pools. Die Kinder sind in einem Freibad, sie sitzen am Rand von dem Schwimmbecken und planschen mit den Füßen im Wasser. Ein Karlsruher Kult-Freibad befindet sich zurzeit in großer Gefahr, denn es soll für jahrelang schließen.
Symbolbild © istockphoto/Lincoln Beddoe

Die Schließung des Karlsruher Traditionsbads rückt nun wohl immer näher, nachdem ein Rettungsantrag überraschend scheiterte. Die politischen Uneinigkeiten gefährden somit die Zukunft der beliebten Freizeiteinrichtung.

Nach den gescheiterten Rettungsbemühungen scheint die Schließung für das Karlsruher Traditionsbad bereits besiegelt. Und das, obwohl eigentlich alle Seiten den Erhalt beteuern.

Aussichtslos: Kommunikations-Chaos im Gemeinderat bringt Rettungsplan zu Fall

Das beschauliche Freibad im Karlsruher Norden droht endgültig zum Opfer des städtischen Sparkurses zu werden. Ein bereits in Aussicht gestellter Antrag zur Rettung des Traditionsbads wurde überraschend zurückgezogen, nachdem sich die Fraktionen im Gemeinderat nicht auf eine gemeinsame Linie einigen konnten. Damit steht das Rheinstrandbad Rappenwört unmittelbar vor dem Aus. Die endgültige Entscheidung über das Schicksal der beliebten Freizeiteinrichtung fällt in der entscheidenden Dezembersitzung.

Eigentlich schien die Rettung des Rheinstrandbads Rappenwört in greifbarer Nähe. Mehrere Fraktionen hatten nach der Vorstellung des innovativen Rettungskonzepts signalisiert, einen entsprechenden Antrag für den Erhalt stellen zu wollen. Das ausgearbeitete Konzept sah eine Übernahme des Betriebs durch eine gemeinnützige GmbH in Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern vor. Doch die vielversprechende politische Unterstützung zerschlug sich überraschend, was die monatelangen Bemühungen des Fördervereins zunichtemachte. Das ausgebrochene Kommunikations-Chaos unter den Politikern könnte nun die endgültige Schließung für das beliebte Karlsruher Traditionsbad bedeuten. Neben den politischen Querelen tobt hinter den Kulissen ein erbitterter Zahlenkrieg um die Einsparberechnungen. Während die Stadtverwaltung konsequent mit jährlichen Ersparnissen von 900.000 Euro argumentiert, bezweifelt der Förderverein diese Zahlen fundamental.

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Zahlenkrieg um Millionenbeträge: Stadt und Förderverein rechnen gegeneinander

Nach eigenen, detaillierten Berechnungen lägen die tatsächlichen Einsparungen beim Rheinstrandbad Rappenwört bei lediglich 300.000 Euro, da das qualifizierte Personal größtenteils auf andere städtische Bäder verteilt werden müsste. Diese enorme Diskrepanz in den finanziellen Berechnungen heizt die Diskussion um die Sinnhaftigkeit des geplanten Endes zusätzlich an und wirft Fragen zur Genauigkeit der städtischen Haushaltsplanung auf.

Die Uhr tickt unaufhaltsam für das Karlsruher Idyll. Trotz des betonten Willens zur Zusammenarbeit von allen Beteiligten scheint die Schließung des traditionsreichen Rheinstrandbads Rappenwört immer unvermeidlicher. Die anstehende Gemeinderatssitzung im Dezember wird nun endgültig über das Schicksal der beliebten Freizeitoase entscheiden. Für die Karlsruher Bürger bleibt nur noch die schwache Hoffnung auf einen politischen Kompromiss in letzter Minute, der den Erhalt des kulturellen Erbes doch noch ermöglichen könnte.

(Quellen: Karlsruher Bäder, Stadt Karlsruhe, Gemeinderat)