Aus für beliebtes Kinderparadies bei Karlsruhe – Stadt greift durch

Ein junges Kind, ein Mädchen springt beherzt und witzig auf einem Trampolin hoch in die Luft. Sie hat deutlich und sichtbar Spaß in einem Kindergarten oder Indoor-Spielplatz, wo da sTrampolin ist.
Symbolbild © istockphoto/Antonio_Diaz

Viele Menschen in Süddeutschlands Großstadt an den Niederterrassen des Oberrheins dürften über diese Meldung traurig sein. Ein beliebtes Kinderparadies bei Karlsruhe muss auf Willen und Druck der Stadt schließen.

Bei Karlsruhe schließt ein neuer Indoorspielplatz überraschend seine Türen. Hinter der Entscheidung steckt ein Sicherheitsproblem, das erst später auffiel. Eine Stadt bei Karlsruhe will nun durchgreifen, und das Kinderparadies muss weichen.

Plötzlich gelten für den Standort andere Maßstäbe

Für Familien in Rastatt kommt die Nachricht völlig unerwartet. Eli’s Spielschloss hatte erst im März eröffnet, nun steht der mehrere hundert Quadratmeter große Indoorspielplatz vor dem Aus. Die Stadt Rastatt und das Regierungspräsidium Karlsruhe haben die Nutzung erneut bewertet. Dabei geht es nicht um den Zustand der Spielgeräte oder gewöhnliche Auflagen. Eine Rolle spielt vielmehr die besondere Lage des Gebäudes und die Gruppe, die sich dort aufhält.

Für die Betreiberin und den Gebäudeeigentümer bedeutet die Entscheidung einen schweren Einschnitt. Beide wollen juristisch gegen die Schließung vorgehen. Ob daraus später auch finanzielle Ansprüche entstehen, lässt sich momentan nicht absehen. Dass in der Umgebung weitere Einrichtungen bestehen, verändert die Bewertung nicht automatisch. Bei einer störfallrechtlichen Prüfung zählt neben dem Abstand auch die konkrete Nutzung eines Gebäudes. Besonders schutzbedürftige Personengruppen spielen dabei eine wichtige Rolle.

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In der Nähe des Spielplatzes befindet sich ein Betrieb, der unter die Störfall-Verordnung fällt. Die Stadt sieht deshalb bei einem möglichen schweren Zwischenfall eine Gefährdung für Kinder. Ein eingeholtes Gutachten konnte die bestehenden Bedenken nach Angaben der Stadt nicht ausreichend ausräumen. Daraufhin hob die Stadt in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe die Baugenehmigung auf und untersagte den weiteren Betrieb. Die Behörden stellen dabei den Schutz der Kinder über den Fortbestand der erst wenige Monate alten Einrichtung.

Besonders brisant bleibt die Frage, weshalb das Risiko nicht bereits vor der Erteilung der Genehmigung vollständig geklärt wurde. Genau diese Frage dürfte nun auch im anstehenden Rechtsstreit eine Rolle spielen. Für Eli’s Spielschloss bedeutet das zunächst eine Zwangspause ohne absehbaren Neustart. Die Betreiberin will sich gegen die Entscheidung wehren. Wie der Streit ausgeht und ob die Stadt am Ende für mögliche Schäden aufkommen muss, bleibt damit offen.

(Quellen: Stadt Rastatt, RP Karlsruhe)