Ausgebremst: Nächste Stadt bei Karlsruhe führt Tempo 30 ein

An einer viel befahrenen Straße steht ein Schild mit dem vorgegebenen Tempo 30. Darunter befindet sich ein weiteres, rechteckiges Schild mit der Aufschrift "Lärmschutz".
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Es wird leiser und sicherer: Eine weitere Stadt bei Karlsruhe will an wichtigen Hauptstraßen Tempo 30 einführen. Doch nicht alle sind begeistert von der neuen Regelung.

Die Diskussion ist entbrannt. Denn es wirkt so, als ob das jetzt zur neuen Normalität werden soll. In der nächsten Stadt bei Karlsruhe gilt wohl bald Tempo 30.

Bremsen für mehr Sicherheit: Warum der ADFC auf Tempo 30 pocht

Wenn es nach dem Willen der Radfahrerlobby in Bretten geht, soll der Verkehr in mehreren Straßen der Stadt bald deutlich ruhiger und sicherer werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) drängt daher auf die flächendeckende Einführung von Tempo 30, um Gefahrenstellen für Radfahrer zu entschärfen und die Lebensqualität für alle zu erhöhen. Hintergrund ist die Fortschreibung des sogenannten Lärmaktionsplans. Konkret stehen Straßen wie die viel befahrene Wilhelmstraße, die Weißhofer Straße und die Bahnhofstraße im Fokus. Für den ADFC sind das längst überfällige Schritte. Laut der Sprecherin der Brettener Ortsgruppe, Jutta Biehl-Herzfeld, sind vor allem Abschnitte, wo Rad- und Autoverkehr die Fahrbahn teilen müssen und bisher Tempo 50 gilt, besonders gefährlich. Sie nennt als Beispiele die Weißhofer Straße und die Melanchthonstraße.

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Die Forderung, dass in einer weiteren Stadt in der Nähe von Karlsruhe Tempo 30 gelten soll, untermauert der ADFC mit harten Fakten. Tempo 30 rettet Leben. Ein Auto, das mit 50 km/h unterwegs ist, kann bei einer unvorhergesehenen Gefahr nicht mehr rechtzeitig anhalten. Bei Tempo 30 dagegen verkürzt sich der Bremsweg drastisch, was Unfälle verhindert oder deutlich milder verlaufen lässt. Zusätzlich profitiere die gesamte Stadt: weniger Lärm, weniger Abgase und ein besseres Miteinander im Straßenverkehr. Der ADFC wünscht sich sogar, dass Tempo 30 innerorts zur Regel und Tempo 50 zur Ausnahme wird. Für viele Autofahrer hingegen könnten die geplanten Tempolimits vor allem eins bedeuten: längere Fahrzeiten und weniger flüssigen Verkehr.

Nicht nur langsamer: Diese weiteren Maßnahmen fordert die Fahrradlobby jetzt

Neben den Geschwindigkeitsbegrenzungen fordert der Fahrradclub weitere einfache Maßnahmen. Dazu gehören mehr Fußgängerüberwege vor Kitas und Schulen sowie bauliche Veränderungen wie Fahrbahnverengungen und Leitpoller, um den Verkehr zu beruhigen. Die Diskussion im Brettener Gemeinderat darüber, wie laut und schnell es in der Stadt zugehen soll, ist damit in vollem Gange.

(Quellen: Verkehr, Stadt Bretten, Verkehrsticker)