Baustelle: Wichtige Karlsruher Zugstrecke wird für Monate gesperrt

Zu sehen ist ein Regionalzug der Detschen Bahn. Davor befindet sich ein Bagger oder ein anderes Fahrzeug, das auf Baustellen eingesetzt wird. Es werden Bauarbeiten an den Schienen vorgenommen.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Für mehrere Monate bleibt die folgende Karlsruher Zugstrecke gesperrt. Der Grund dahinter ist größer, als man zunächst annehmen würde. Ein Blick hinter die Kulissen der Großbaustelle.

Die Sperrung einer wichtigen Karlsruher Zugstrecke zieht sich über Monate hin. Was wie ein Ärgernis wirkt, ist Teil eines größeren Plans. Ein Blick auf die wahren Dimensionen der Baustelle.

Der RE macht blau: Mindestens drei Monate statt der versprochenen acht Wochen

Wer in diesen Tagen den schnellen Regionalexpress zwischen Karlsruhe und Pforzheim sucht, guckt in die Röhre. Oder genauer gesagt auf ein gesperrtes Gleis in Mühlacker. Was als achtwöchige Lappalie begann, entpuppt sich nun als dreimonatiger Express-Frust für Pendler. Die gute Nachricht ist, dass die Bahn einen Masterplan hat. Die weniger gute ist, dass dieser noch ein paar Jährchen braucht. Denn seit Sonntag sausen die RE-Züge tagsüber an Pforzheim und Mühlacker vorbei. Der Grund liegt in einer Baustelle in Mühlacker-Enzberg, wo ein Gleis nicht befahrbar ist. Aus den ursprünglich angekündigten acht Wochen sind inzwischen fast drei Monate geworden. Somit bleibt die schnelle Karlsruher Zugstrecke bis mindestens zum 22. April unterbrochen.

Als Alternativen bleiben ein Bus-Ersatzverkehr, die gemächlichere S-Bahn oder der Metropolexpress in Richtung Stuttgart. Zudem rollen ab etwa 21 Uhr abends die RE-Züge wieder auf ihrer gewohnten Route. Doch das Ende der Einschränkungen selbst steht bislang in den Sternen. Denn der Grund für die ganze Misere ist ein tieferliegendes Problem: Die Residenzbahn ist ein überlastetes Nadelöhr. Im Kern geht es jetzt darum, durch gebündelte Baumaßnahmen die Strecke stabiler und leistungsfähiger zu machen. Geplant sind unter anderem längere Überholgleise für Güterzüge in Pforzheim und Remchingen, eine sogenannte Blockoptimierung für einen dichteren Takt, der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Remchingen und die Erneuerung der maroden Luitgardbrücke in Pforzheim.

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Doch während dieses Zukunftsprojekt Hoffnung macht, bleiben für die Anwohner entlang der Strecke praktische Fragen offen. So wurden Anregungen, etwa die problematische Durchfahrtshöhe einer Brücke zu erhöhen oder den nächtlichen Güterverkehr zu drosseln, aus technischen oder betrieblichen Gründen verneint.

Am Ende bleibt den Pendlern zwischen Karlsruhe und Pforzheim also eine doppelte Lektion: Kurzfristig ist weiterhin Geduld gefragt, verbunden mit unvermeidlichen Umwegen und Unwägbarkeiten. Langfristig winkt die Aussicht auf eine deutlich robustere Bahnverbindung. Bis diese Zukunft aber Ende 2030 ankommt, bleibt Geduld der wichtigste Begleittarif auf dieser Strecke.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Angaben der Deutschen Bahn)