
Eine sommerliche Abkühlung mit unsichtbarem Risiko: An mehreren Badeseen bei Karlsruhe wurden zuletzt PFAS-Chemikalien nachgewiesen. Behörden warnen Familien nun besonders vor möglichen Gefahren für Kinder.
Sommer, Sonne, Baggersee – doch an manchen Badeseen bei Karlsruhe raten Behörden jetzt zur Vorsicht. Vor allem Kinder könnten gefährdet sein.
Unsichtbare Gefahr im Badewasser
Ausgerechnet dort, wo viele Menschen Abkühlung suchen, wächst jetzt die Sorge vor einer unsichtbaren Gefahr: PFAS-Chemikalien im Wasser. Besonders betroffen ist der Badesee Weitenung bei Bühl. Dort haben die Behörden eine konkrete Empfehlung ausgesprochen. Kinder mit weniger als zehn Kilogramm Körpergewicht sollen pro Saison nur etwa fünfzigmal im See baden. Der Grund: Im Wasser wurden rund 0,9 Mikrogramm PFAS pro Liter gemessen – mehr als in den vergangenen Jahren.
PFAS gelten als extrem langlebige Industriechemikalien und werden deshalb oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. In der Region Rastatt ist das Problem seit Jahren bekannt. Über belastete Komposte, die früher auf Feldern verteilt wurden, gelangten die Stoffe in Böden und später ins Grundwasser. Zahlreiche Badeseen werden direkt vom Grundwasser gespeist. Gefährlich wird das laut Behörden vor allem dann, wenn man größere Mengen Wasser schluckt. Besonders Kinder sind betroffen, weil sie beim Spielen und Schwimmen automatisch Wasser aufnehmen. Ein Kind kann an einem Badetag schnell die Menge eines Trinkglases verschlucken.
Auch Baden-Badener Kühlsee betroffen
Nur wenige Kilometer entfernt kämpft auch der Kühlsee bei Baden-Baden seit Jahren mit PFAS-Belastungen. Dort liegt der Wert bei etwa 0,5 Mikrogramm pro Liter. Ein offizielles Badeverbot gibt es bislang weder dort noch am Weitenunger See. Das liegt auch daran, dass es aktuell keine festen gesetzlichen Grenzwerte für PFAS in Badegewässern gibt. Während die Werte am Kühlsee nach Angaben des Landratsamts stabil bleiben, steigen sie am Badesee Weitenung weiter an. Deshalb wollen die Behörden die Wasserqualität nun engmaschig kontrollieren. Experten schließen außerdem nicht aus, dass künftig weitere Seen in der Region betroffen sein könnten.
Trotz der aktuellen Warnungen gibt es auch positive Nachrichten: Laut EU-Badegewässerrichtlinie erfüllten 2025 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland die vorgeschriebenen Qualitätsstandards. Rund 91 Prozent erhielten sogar die Bestnote „ausgezeichnet“. Wer dennoch sicher baden möchte, sollte einige Regeln beachten: Nach starken Regenfällen lieber einige Tage warten, offene Wunden schützen und stets auf Warnschilder sowie aktuelle Hinweise der Behörden achten.
(Quellen: Landratsamt Rastatt, Gesundheitsbehörden Baden-Württemberg, Umweltbehörden, dpa)














