Bis ins Ausland: Neue Nachtzüge rollen auch durch Karlsruhe

Ein Zug steht an einem Gleis in einem überdachten Bahnhof bei Nacht. Es gibt mehrere Nachtzugverbindungen, die in verschiedene Städte Europas führen. Ein Nachtzug von Karlsruhe Richtung Urlaubsland wird jetzt gestrichen.
Symbolbild © istockphoto/VitalyEdush

Mehrere internationale Nachtzüge rollen regelmäßig durch Karlsruhe und machen die Stadt zu einem wichtigen Knotenpunkt im europäischen Nachtzugnetz. Über Nacht erreichen Reisende ihre Ziele bequem.

Nachtzüge rollen durch Karlsruhe und verbinden die Fächerstadt mit europäischen Metropolen wie Amsterdam und Prag. Doch nicht alle geplanten Strecken kommen tatsächlich an den Start.

Sitzplatz, Liege oder Schlafkabine: Drei Komfortklassen zur Auswahl

Karlsruhe ist ein wichtiger Knotenpunkt für internationale Nachtzüge in Baden-Württemberg. Denn gleich mehrere Verbindungen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) halten in der Fächerstadt und bringen Reisende über Nacht an ihr Ziel. Wer abends einsteigt, wacht am nächsten Morgen in Amsterdam, Prag oder Zürich auf. Besonders stark vertreten sind dabei die ÖBB-Nightjet-Verbindungen. Die Route Amsterdam–Zürich führt über Karlsruhe, ebenso wie die Strecken von Berlin und Hamburg in die Schweizer Metropole. Auch EuroNight-Züge anderer europäischer Bahngesellschaften passieren die Stadt, etwa die Verbindung Prag–Zürich der tschechischen Staatsbahn.

Die Nachtzugbetreiber bieten verschiedene Komfortstufen an. Am preiswertesten sind Sitzwagen mit verstellbaren Sitzplätzen. Eine Stufe höher liegen Liegewagen, in denen sich vier bis sechs Passagiere ein Abteil teilen. Wer maximalen Komfort sucht, bucht einen Schlafwagen mit separaten Abteilen für bis zu drei Personen – teilweise mit Waschbecken oder eigenem Bad ausgestattet. Eine Besonderheit moderner Nightjets sind die Mini-Cabins: abschließbare Schlafkapseln, die mehr Privatsphäre bieten.

Lesen Sie auch
Bleibt in Karlsruhe: Traditions-Bäckerei weiterhin geöffnet

Nachtzug schlägt Flugzeug beim Klimaschutz – doch nicht alle Pläne werden Realität

Doch leider werden nicht alle geplanten Nachtzugstrecken Realität. So erging es dem ab April 2026 geplanten Nachtzug von Basel nach Malmö. Das Schweizer Parlament verweigerte die benötigte finanzielle Unterstützung von zehn Millionen Franken. Für die Schweizerischen Bundesbahnen rechnet sich die Verbindung ohne staatliche Förderung nicht. Die über 1.400 Kilometer lange Route hätte unter anderem Freiburg, Karlsruhe und Hamburg angesteuert und sollte dreimal pro Woche verkehren. Doch nun ist sie Geschichte.

Trotz solcher Rückschläge bleiben Nachtzüge eine attraktive und klimafreundliche Reiseoption. Laut dem Umweltbundesamt stoßen Flugreisen etwa sechsmal mehr Treibhausgase pro Kilometer und Person aus als Bahnfahrten. Fachleute raten, Tickets vier bis sechs Wochen vorab zu reservieren, da gefragte Verbindungen rasch ausgebucht sind.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)