
Wer seine Zigarettenkippe achtlos auf den Boden wirft, riskiert in Karlsruhe ein empfindliches Bußgeld. Vielen Rauchern ist dabei gar nicht bewusst, dass ein weggeworfener Zigarettenstummel rechtlich nicht als Bagatelle gilt, sondern als unerlaubte Abfallentsorgung eingestuft werden kann.
Bereits seit mehreren Jahren geht die Stadt verstärkt gegen sogenannte Müllsünder vor. Wer Zigarettenkippen, Papier, Becher oder anderen Müll einfach auf Straßen, Gehwege oder Grünflächen wirft, muss mit Konsequenzen rechnen. Für eine weggeworfene Zigarette werden in Karlsruhe grundsätzlich 75 Euro Bußgeld fällig. Hinzu können Verwaltungsgebühren kommen, sodass die Gesamtkosten für Betroffene auf rund 100 Euro ansteigen können.
100 Euro Strafe für Raucher in Karlsruhe – Ordnungswidrigkeit
Der Hintergrund ist ein Problem, das viele Städte beschäftigt. Zigarettenstummel gehören zu den häufigsten Abfällen im öffentlichen Raum. Die Filter bestehen größtenteils aus Kunststoff und bauen sich nur sehr langsam ab. Gleichzeitig enthalten sie zahlreiche Schadstoffe, die bei Regen in Böden und Gewässer gelangen können. Deshalb hat man die Bußgelder in Karlsruhe bereits vor einigen Jahren deutlich erhöht.
Doch wie groß ist das Risiko tatsächlich, erwischt zu werden? Genau hier liegt der Knackpunkt. Damit ein Bußgeld verhängt werden kann, muss der Verstoß in der Regel von Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes oder der Polizei beobachtet werden. Die Stadt setzt dabei auf Kontrollen im öffentlichen Raum, teilweise auch durch Zivilstreifen. Allerdings werden längst nicht alle Verstöße entdeckt. In der Praxis ist es häufig schwierig nachzuweisen, wer eine bestimmte Kippe weggeworfen hat.
Raucher müssen zukünftig besser aufpassen im Karlsruher Raum
Auch in Ettlingen und Rheinstetten gelten weggeworfene Zigarettenstummel als Ordnungswidrigkeit. Die Kommunen orientieren sich dabei an den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg, das bereits vor einigen Jahren einen verschärften Bußgeldkatalog für Umweltverstöße eingeführt hat. Die genaue Höhe kann je nach Einzelfall und Kommune variieren.
Die Städte setzen allerdings nicht nur auf Strafen. In Karlsruhe hat man in den vergangenen Jahren zusätzliche Kippenbehälter aufgestellt und verschiedene Aufklärungskampagnen gestartet. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Umweltfolgen weggeworfener Zigarettenstummel zu stärken und die Zahl der Verschmutzungen zu reduzieren. Der schnelle Griff zum Boden kann deutlich teurer werden als gedacht. Wer seine Zigarette nicht ordnungsgemäß entsorgt und sich dabei erwischen lässt, muss unter Umständen fast den Gegenwert von zehn Schachteln Zigaretten bezahlen – für einen einzigen Zigarettenstummel.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Durlacher.de, meinKA, Ministerium für Umwelt Baden-Württemberg)













