
Alte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen heute noch immer unter deutschen Städten. Ein Fund in Karlsruhe zeigt nun, warum solche Überreste bis in die Gegenwart Einsätze von Spezialisten auslösen.
Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg finden Einsatzkräfte in Deutschland noch immer Überreste aus den damaligen Luftangriffen. Dazu gehören auch Fliegerbomben, die nach dem Abwurf nicht explodierten und seitdem im Erdreich liegen.
Bombenfunde bleiben ein Risiko für die Bevölkerung
Entdeckt jemand eine alte Fliegerbombe, müssen Behörden den Fund ernst nehmen. Denn niemand kann allein anhand des äußeren Zustands sicher beurteilen, ob von einem Blindgänger noch eine Gefahr ausgeht. Deshalb übernehmen Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Untersuchung und entscheiden über das weitere Vorgehen. Je nach Fundort können Polizei und Stadt außerdem Bereiche absperren und Anwohner vorsorglich in Sicherheit bringen. Das gilt besonders dann, wenn sich der Sprengkörper in einem dicht bebauten Gebiet oder in der Nähe wichtiger Verkehrswege befindet. Für die Bevölkerung bedeutet ein solcher Einsatz deshalb häufig Einschränkungen.
Bombenfund in Karlsruhe: Alter Blindgänger sorgt für Großeinsatz
Vor allem Städte mit einer Geschichte intensiver Bombenangriffe stoßen noch heute auf Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs. Dazu zählen unter anderem Berlin, Hamburg, Köln, Dresden und das Ruhrgebiet. Dort zerstörten alliierte Luftangriffe im Krieg große Teile der Städte. Viele Bomben trafen ihr Ziel jedoch nicht oder explodierten beim Aufprall nicht. Deshalb können Bauprojekte und Erdarbeiten auch Jahrzehnte später zu neuen Funden führen. Für die Kommunen bedeutet das zugleich, dass sie bei bestimmten Bauvorhaben mit Untersuchungen und möglichen Einsätzen von Kampfmittelräumern rechnen müssen.
Ende August sorgte ein Bombenfund in der Karlsruher Südstadt für einen größeren Einsatz. In einer ehemaligen Kleingartenanlage nahe den Bahngleisen entdeckten Einsatzkräfte eine amerikanische Fliegerbombe mit einem Gewicht von 250 Kilogramm. Für die Entschärfung räumten die Behörden das Gebiet im Umkreis von 200 Metern. Rund 1.000 Menschen mussten deshalb ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Zudem war die Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Mannheim gesperrt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg konnte den Blindgänger schließlich sicher entschärfen. Danach hob die Stadt die Sperrungen auf und beendete die Evakuierung. Die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Polizei Karlsruhe, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














