Chaos am Bahnsteig: Karlsruher Anzeigen fallen monatelang aus

Der aktuelle AVG-Fahrplan in Karlsruhe auf einer digitalen Tafel an einer Haltestelle. Hier können die Fahrgäste kontrollieren, wann ihre nächste Bahn oder der nächste Bus fährt. Nun sollen Karlsruher Anzeigen monatelang ausfallen.
Symbolbild © istockphoto/Firn

Weil die Karlsruher Anzeigen monatelang ausfallen, hilft jetzt eine etwas ungewöhnliche Lösung: Ein Student hat einfach selbst programmiert, was der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) nicht geschafft hat.

Monatelang liefern die digitalen Anzeigen in Karlsruhe keine verlässlichen Daten. Jetzt sorgt eine kuriose Alternative für zuverlässige Abfahrtszeiten – entwickelt von einem Studenten.

Wenn die Anzeigen schwarz bleiben: Monatelanger Ärger an den Haltestellen

Seit November kämpft der Karlsruher Verkehrsverbund mit kaputten digitalen Anzeigetafeln. Während der KVV noch an einer Lösung tüftelt, hat ein Student das Problem einfach selbst in die Hand genommen. Denn mal bleiben die Displays schwarz, mal zeigen sie falsche Abfahrtszeiten an, mal vertauschen sie die Reihenfolge der Züge. Grund dafür ist eine fehlerhafte Ortung der Fahrzeuge nach einer Systemumstellung Ende 2025.

Zwar arbeitet der KVV gemeinsam mit dem Dienstleister Lumino an einer Lösung. Doch Marco Demartino, Student am Karlsruher Institut für Technologie, programmierte kurzerhand eine eigene Internetseite mit den aktuellen Abfahrtszeiten der Bahnen. Die Idee dazu kam ihm nicht zuletzt wegen seiner Mutter. Sie fährt regelmäßig mit dem Bus zur Arbeit – doch genau an ihrer Haltestelle funktioniert das Display gar nicht. Damit sie nicht zu spät kommt, entwickelte er die Seite.

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Kuriose Alternative: Studenten-Website besser als offizielle Anzeigen

Für seine Website nutzt Marco öffentlich zugängliche Daten, die der KVV zur Verfügung stellt – also genau jene Echtzeitinformationen, die eigentlich auch auf den digitalen Tafeln landen sollten. Der entscheidende Unterschied: Bei ihm funktioniert’s. Im Vergleich zu den kaputten Displays an den Haltestellen sei seine Website sogar verlässlicher, sagt der Student. Sie sei jederzeit abrufbar und zeige an, wann die nächste Bahn wirklich kommt.

Der Verkehrsverbund zeigt sich gegenüber der Privat-Initiative entspannt. Man stelle die Daten seit Jahren allen Interessierten zur Verfügung, betont ein Sprecher. „Offene und transparente Datennutzung stärkt das Mobilitätsangebot in der Region und fördert innovative Anwendungen.“ Gleichzeitig versichert der KVV: Man arbeite mit Hochdruck daran, die Probleme mit den Anzeigetafeln abzustellen. Bis dahin hilft im Zweifel ein Student.

(Quellen: Karlsruher Verkehrsverbund, Stadt Karlsruhe, dpa)