Chaos: Autofahrer übersieht wieder Straßenbahn in Karlsruhe

Ein Autofahrer rammt eine Karlsruher Straßenbahn in der Innenstadt. Die Feuerwehr, Rettungskräfte und die Polizei sind bei der Unfallstelle und versorgen die Opfer. Immer wieder gibt es Unfälle mit Rentner-Autofahrern.
Symbolbild © imago/7aktuell

Dieses Chaos darf nicht wahr sein. Ein Autofahrer übersieht wieder eine Straßenbahn in Karlsruhe, sodass es erneut zu erheblichen Behinderungen im Nahverkehr kommt. Einige fordern jetzt Sicherheitsmaßnahmen.

Warum passieren diese Unfälle immer wieder? Das Problem ist das enorme Gewicht der Bahnen, das einen langen Bremsweg erzwingt. Sobald ein Autofahrer beim Abbiegen die Bahn unterschätzt, knallt es. Genau deshalb fordern Experten jetzt schnell bessere Lösungen für die Sicherheit an den Gleisen.

Betrieb über Oberleitungen mit Gleichstrom

Straßenbahnen, auch Trams genannt, sind schienengebundene Verkehrsmittel, die meist mitten im Straßenverkehr oder auf separaten Bahnen durch Städte fahren. Sie werden in der Regel über Oberleitungen mit Gleichstrom betrieben, wobei moderne Systeme auch Batterien oder Hybridantriebe nutzen. Typische Straßenbahnsysteme verwenden Gleise mit einheitlichen Normmaßen und können wegen ihrer Wendigkeit und ihres geringen Bodenabdrucks oft besser verlegt werden als U-Bahnen. Sie bieten außerdem eine hohe Kapazität, kurze Taktzeiten und sind energieeffizient, weil sie Bremsenergie zurückführen können. Trotz dieser Vorteile kommt es auch zu gefährlichen Situationen. Erst vor Kurzem übersah ein Autofahrer wieder eine Straßenbahn in Karlsruhe.

Deutlich längerer Bremsweg wegen des hohen Gewichts

In Karlsruhe spielen Straßenbahnen seit langer Zeit eine zentrale Rolle im öffentlichen Nahverkehr, denn die Stadt besitzt eines der bekanntesten Schienensysteme Deutschlands. Die Anfänge reichen bis zur Pferdebahn im Jahr 1877 zurück, später kamen Dampfbahnen und ab 1900 elektrisch betriebene Straßenbahnen hinzu. Heute werden die innerstädtischen Straßenbahnlinien vorrangig von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe betrieben und sind in den Karlsruher Verkehrsverbund eingebunden. Eine besondere Unfallgefahr besteht allerdings dort, wo sich der Autoverkehr und die Gleise der Straßenbahn kreuzen oder wo sie gemeinsam denselben Straßenraum nutzen. Straßenbahnen können wegen ihrer Schienen nicht ausweichen und haben durch ihr hohes Gewicht einen deutlich längeren Bremsweg als Autos.

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Deshalb entstehen häufig gefährliche Situationen, wenn Autofahrer beim Abbiegen eine herannahende Bahn übersehen, die Vorfahrt oder den Vorrang der Straßenbahn falsch einschätzen oder sich zu nah auf den Gleisen einordnen. Häufige Ursachen sind außerdem Ablenkung durch das Handy, unklare Verkehrslagen an Kreuzungen, verdeckte Sicht durch parkende Fahrzeuge oder Busse sowie das Überfahren roter Ampeln. So kam es erst kürzlich wieder zu einem Zusammenstoß eines Autos und einer Straßenbahn in Karlsruhe. Der Autofahrer übersah wohl die hinter ihm fahrende Straßenbahn beim Abbiegen von der Kriegsstraße in die Lammstraße. Der Mann erlitt Verletzungen und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

(Quellen: Polizei Karlsruhe, Karlsruher Verkehrsverbund (KVV))