Deutliche Unterschiede: Feinstaubbelastung in Karlsruhe

In einer Innenstadt herrscht reger Betrieb und zahlreiche Autos samt Autofahrern drängen sich auf dem Kopfsteinpflaster. Viele Fußgänger sind ebenfalls unterwegs.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Die Feinstaubbelastung in Karlsruhe für den Monat Juli steht fest. Sie weist jedoch, abhängig vom Standort, deutliche Unterschiede auf. Das könnte nun zu einem Problem werden.

Eigentlich sind die neuen Werte der Feinstaubbelastung in Karlsruhe erst einmal ein Grund zur Freude. Doch je nachdem, an welchem Standort sich die Messstation befand, gibt es deutlich Luft nach oben.

Feinstaubbelastung in Karlsruhe: Werte stimmen optimistisch

Die Feinstaubbelastung an den Karlsruher Messstationen liegt aktuell deutlich unter den gesetzlichen EU-Grenzwerten. Im Monatsdurchschnitt verzeichnen die Karlsruher Stationen eine Belastung von ca. 17 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Allerdings weisen verkehrsnahe Standorte regelmäßig etwas höhere Werte auf als der ländliche Raum.

Da die Station in der Reinhold-Frank-Straße direkt an einer viel befahrenen Hauptverkehrsader liegt, misst sie im Schnitt rund 17,5 µg/m³. An guten Tagen sinkt der Wert auf 11 µg/m³, Spitzenwerte bei Wetterlagen mit wenig Luftaustausch erreichen bis zu 34 µg/m³. Die Werte in der Daimlerstraße nahe der B36 verhalten sich sehr ähnlich und liegen im Mittel bei 17,0 µg/m³. Die Spitzenwerte liegen ebenfalls bei bis zu 34 µg/m³. Damit liegen sie unter dem Grenzwert der EU von 40 µg/m³ im Jahresmittel.

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Herausforderung ab 2030: Neue EU-Werte sollen kommen

Ab dem Jahr 2030 greift die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie, die den Grenzwert für das Jahresmittel auf 20 µg/m³ halbiert. Mit den jetzigen Durchschnittswerten von rund 17 bis 19 µg/m³ kratzt die Region Karlsruhe bereits sehr nah an dieser neuen Obergrenze. Da die Feinstaubbelastung vor allem im Winter durch Heizungsabgase saisonal ansteigt, bleibt die Einhaltung der zukünftigen Richtwerte eine Herausforderung für die städtische Verkehrs- und Umweltplanung.

Um die ab 2030 geltenden, halbierten EU-Grenzwerte für Feinstaub von 20 μg/m³ und Stickstoffdioxid einzuhalten, setzt Karlsruhe nicht mehr auf die alte Umweltzone, die 2023 aufgehoben wurde, sondern verknüpft die Luftreinhaltung eng mit seinem ambitionierten Klimaschutzkonzept bis 2030. Karlsruhe fördert massiv den Umstieg auf Bus, Bahn und Fahrrad, um das Gesamtaufkommen an Verbrenner-Fahrzeugen in der Innenstadt zu senken. Bis 2030 wird sich der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen im Stadtverkehr durch den allgemeinen Marktwechsel deutlich erhöhen. Weniger Verbrennungsmotoren bedeuten automatisch deutlich weniger Stickstoffdioxide und weniger Rußpartikel. Zudem will man stark belastete Straßen punktuell entlasten.

(Quellen: LUBW, Umweltbundesamt, EU-Kommission)