Drei Jahre Baustelle: Unternehmer bei Karlsruhe schlagen Alarm

Man sieht ein dreieckiges Verkehrszeichen mit rotem Rand, das für eine Baustelle steht. Darunter steht das Wort "Wirtschaft". Es symbolisiert den Zustand der wirtschaftlichen Krise in Deutschland, insbesondere Baden-Württemberg. Zwei Firmen bei Karlsruhe sind insolvent.
Symbolbild © imago/IlluPics

Für viele Autofahrer gehört die Pforzheimer Straße in Waldbronn-Reichenbach längst zur Dauerbaustelle. Was ursprünglich als notwendige Modernisierung der Infrastruktur begann, entwickelt sich für zahlreiche Anwohner und Gewerbetreibende zunehmend zur Belastungsprobe. Nach mehreren Jahren Bauzeit wächst der Frust. 

Im Mittelpunkt der Kritik steht die anhaltende Sperrung der Pforzheimer Straße. Die Gemeinde Waldbronn erneuert dort seit mehreren Jahren Straßen, Kanäle, Wasserleitungen und weitere Versorgungsnetze. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauabschnitten. Immer wieder kommt es zu Vollsperrungen und umfangreichen Umleitungen. Nach aktuellem Stand bleibt die Straße noch bis Ende Oktober für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Unternehmer bei Karlsruhe schlagen Alarm – jahrelange Sperrung und Baustelle

Vor allem die örtlichen Betriebe spüren die Folgen deutlich. Viele Kunden meiden den Bereich inzwischen komplett. Wer die ausgeschilderten Umleitungen nutzt, fährt oft kilometerweit an den Geschäften vorbei. Dadurch sinkt die Zahl der spontanen Besuche erheblich. Besonders deutlich zeigt sich die Situation an einer Tankstelle in Reichenbach. Der Betreiber spricht von einem Umsatzrückgang von rund 70 Prozent. Wo früher täglich zahlreiche Fahrzeuge hielten, bleiben die Zapfsäulen heute häufig leer. Die fehlende Sichtbarkeit und der ausbleibende Durchgangsverkehr treffen das Geschäft hart.

Doch die Probleme betreffen nicht nur einzelne Unternehmen. Auch andere Gewerbetreibende berichten von sinkenden Kundenzahlen. Gleichzeitig kämpfen viele Anwohner mit Lärm, Staub und ständig wechselnden Verkehrsführungen. Nach mehreren Jahren Baustellenbetrieb wächst bei vielen Betroffenen die Ungeduld. Die Gemeinde verweist auf die Notwendigkeit der Maßnahmen. Die Infrastruktur in dem Bereich benötigt eine umfassende Erneuerung. Straßenbeläge, Leitungen und Kanäle haben teilweise Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Arbeiten sollen langfristig für mehr Sicherheit und eine bessere Versorgung sorgen.

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Einnahmen sinken durch die vielen Baustellen: Belastung für Unternehmen

Für die Betroffenen zählt jedoch vor allem die Gegenwart. Viele Unternehmer müssen Monat für Monat mit deutlich geringeren Einnahmen auskommen. Gleichzeitig laufen Mieten, Gehälter und andere Fixkosten unverändert weiter. Gerade kleinere Betriebe geraten dadurch zunehmend unter Druck. In Waldbronn wächst deshalb die Diskussion über mögliche Hilfen für die betroffenen Unternehmen. Einige Geschäftsleute wünschen sich stärkere Unterstützung oder zusätzliche Maßnahmen, um Kunden trotz der Sperrungen in den Ort zu bringen. Andere fordern vor allem mehr Tempo bei den Bauarbeiten.

Ein Ende der Belastung ist zwar in Sicht, doch bis zur vollständigen Freigabe der Straße müssen sich Anwohner und Gewerbetreibende noch gedulden. Die Stimmung vor Ort wird jedoch zunehmend angespannter. Nach Jahren der Baustellen scheint bei vielen Beteiligten die Geduld aufgebraucht. Die Sanierung soll Waldbronn langfristig voranbringen. Kurzfristig zahlen zahlreiche Unternehmen dafür jedoch einen hohen Preis. Genau deshalb wird die Diskussion über die Dauerbaustelle inzwischen deutlich emotionaler geführt als noch zu Beginn der Arbeiten.

(Quellen: Gemeinde Waldbronn, Baustelleninformationen Pforzheimer Straße, Gemeinderat Waldbronn)