Unfälle gibt es in jeder Großstadt und Metropole. Doch ein erneuter Straßenbahn-Crash reiht sich bitter ein in Karlsruhes Unfallserie. Bürger wie Behörden sind besorgt, wie es weitergehen soll in der städtischen Infrastruktur.
Züge und Strabas gelten eigentlich als sichere Verkehrsmittel, definitiv sicherer als Autos. Nun reiht sich aber ein weiterer Straßenbahn-Crash in Karlsruhes bittere Unfallserie ein und überschattet den Wochenstart in der süddeutschen Großstadt.
Sekunden der Unachtsamkeit können folgenschwere Konsequenzen haben
Im dichten Stadtverkehr treffen Autos, Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger oft auf engstem Raum zusammen. Gerade an großen Kreuzungen entscheidet häufig ein kurzer Augenblick darüber, ob alle sicher ans Ziel kommen oder es zu einem Unfall kommt. Besonders Straßenbahnen stellen Autofahrer vor Herausforderungen. Anders als Pkw können sie nicht einfach ausweichen und benötigen aufgrund ihres Gewichts einen deutlich längeren Bremsweg. Deshalb endet ein kleiner Fahrfehler auf Gleisanlagen oft mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Ein wichtiger Verbrauchertipp: Wer über Straßenbahngleise abbiegt, sollte nicht nur auf den Autoverkehr achten, sondern auch Ampelsignale und herannahende Bahnen besonders aufmerksam beobachten. Die Straßenverkehrs-Ordnung schreibt vor, dass man Lichtzeichen und Vorfahrtssituationen an Gleisanlagen unbedingt beachten muss. Wie schnell eine kurze Unachtsamkeit den gesamten Nahverkehr beeinträchtigen kann, zeigte sich nun in der Karlsruher Innenstadt.
Unfall in Karlsruhe: Das war der Grund für den Zusammenstoß mit der Straßenbahn
Der Unfall ereignete sich am Montagvormittag im Kreuzungsbereich von Kriegsstraße und Lammstraße. Nach Angaben der Polizei wollte ein 41-jähriger Audi-Fahrer nach links abbiegen und missachtete dabei offenbar das für ihn geltende Rotlicht. Gleichzeitig fuhr aber eine Straßenbahn der Linie 5 mit freiem Signal in den Kreuzungsbereich.
Die Bahn konnte folglich den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Das Auto wurde auf den Gleisen zum Stillstand gebracht und musste anschließend abgeschleppt werden. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde medizinisch versorgt. Angaben zur Schadenshöhe lagen zunächst nicht vor. Auch für Fahrgäste hatte der Unfall spürbare Folgen. Der Straßenbahnverkehr war rund eine Stunde eingeschränkt, mehrere Linien mussten zeitweise umgeleitet werden, bis die Unfallstelle geräumt war. Die Polizei untersucht nun den genauen Unfallhergang. Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig volle Aufmerksamkeit an Kreuzungen mit Schienenverkehr ist – denn bereits ein übersehenes Signal kann innerhalb weniger Sekunden weitreichende Folgen für alle Verkehrsteilnehmer haben.
(Quellen: Polizeipräsidium Karlsruhe, KVV, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft)














