
Der Verdacht auf einen Bombenfund löste an einer Karlsruher Schule im Untergrund Großalarm aus. Man musste die Schule evakuieren – sogar der Kampfmittelräumdienst war dabei im Einsatz.
Auf einmal fragte sich jeder, ob es sich wirklich um einen Blindgänger handelte. An einer Karlsruher Schule kam es gestern zu einem Großeinsatz – man vermutete einen Bombenfund.
Ein merkwürdiges metallisches Objekt: Vom Bagger-Alarm zur sofortigen Evakuierung
Ein routinemäßiger Arbeitstag auf einer Baustelle in der Karlsruher Nordstadt endete jäh am Mittwoch gegen 12:40 Uhr. Die Schaufel eines Baggers schlug auf etwas Metallisches. Was die Bauarbeiter in der Grube sahen, ließ sie sofort handeln: ein verdächtiger, rostiger Gegenstand. Der Notruf ging bei der Polizei ein, und innerhalb kürzester Zeit rollten die ersten Streifenwagen an. Die eingeleitete Lage war sofort klar: Verdacht auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg – ein Szenario, das in Karlsruhe immer wieder Realität wird, aber seinen Schrecken nie verloren hat.
Der erste, entscheidende Befehl der Einsatzkräfte lautete: Absperren. Ein Radius von 50 Metern um den Fundort wurde zur verbotenen Zone. Genau in diesem Kreis lag die Marylandschule. Für die Schüler und Lehrer begann eine abrupte Unterbrechung des Schulalltags. Die Polizei brachte sie alle in die schuleigene Turnhalle, die glücklicherweise außerhalb der Sperrzone lag. Für etwa eine Stunde wurde die Halle somit zum Auffangbecken für Hunderte Kinder. In dieser Zeit trafen die Spezialisten ein: Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) übernahm schließlich das Kommando. Die entscheidenden Fragen lagen nun bei den Experten: Handelt es sich tatsächlich um eine Fliegerbombe? Ist der Zünder noch scharf?
Die Stunde in der Turnhalle: Warten, während die Spezialisten eintreffen
Am frühen Nachmittag traf die Stadt eine Entscheidung: Alle Schüler konnten nach Hause. Während die Turnhalle sich leerte, begann am Fundort die minutiöse Arbeit der Sprengstoffexperten.
Ihre Untersuchung bestätigte den schlimmsten Verdacht. Bei dem Objekt handelte es sich tatsächlich um eine Fliegerbombe aus US-amerikanischer Produktion aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Entschärfung in der unwegsamen Baugrube gestaltete sich jedoch technisch schwierig und zog sich hin.
Erst am späten Nachmittag nach 17 Uhr, viele Stunden nach dem ersten Alarm, kam die erlösende Meldung: Die Bombe ist erfolgreich entschärft. Die Sperrzone ist aufgehoben, und in das Viertel kehrte die normale Nachtruhe ein. Für die Einsatzkräfte endete ein langer Tag, für die Stadt war ein weiteres Stück Kriegsgeschichte unschädlich gemacht. Der Schulbetrieb an der Marylandschule konnte somit heute, am Donnerstag, wieder planmäßig starten.
(Quellen: Polizei, dpa, Stadt Karlsruhe, Marylandschule)














