Falsche Polizisten: Seniorin bei Karlsruhe verliert Vermögen

Ein Polizeibeamter klopft an die Tür eines Bürgers. Entweder hat er einen Strafbefehl dabei oder er möchte den Bürger über ein Delikt informieren. Es kann auch sein, dass der Polizeibeamte den Bürger über etwas informieren möchte. Er hat ein dringliches Anliegen.
Symbolbild © istockphoto/ kzenon

Was mit einem Telefonanruf begann, endete für eine 88-jährige Frau aus Bad Schönborn in einem Albtraum. Die Seniorin wurde Opfer einer perfiden Betrugsmasche, bei der sich zwei Männer als Polizeibeamte ausgaben. Am Ende verschwand Gold im Wert von mehr als 100.000 Euro aus ihrer Wohnung. 

Nach den bisherigen Erkenntnissen bauten die Täter zunächst gezielt Vertrauen auf. Einer der Männer kontaktierte die Frau telefonisch und behauptete, ein Einbrecher sei in der Nähe unterwegs. Ihre Wertsachen seien deshalb in Gefahr. Kurz darauf erschien der Anrufer sogar persönlich an ihrer Wohnanschrift und kündigte einen weiteren angeblichen Polizeibeamten an.

Falsche Polizisten täuschen Seniorin und erbeuten echtes Gold

Wenig später tauchte der zweite Mann auf. Unter dem Vorwand, die Wertgegenstände dokumentieren zu müssen, ließ er sich das Gold der Seniorin zeigen. Anschließend forderte er die Frau auf, in ein anderes Zimmer zu gehen. Dabei soll er ihr ins Gesicht geschlagen haben. Danach nahm er die Wertgegenstände an sich und verschwand. Laut Polizeiangaben handelte es sich bei dem Diebesgut nicht um Schmuck. Ob Goldbarren oder Münzen gestohlen wurden, ist bislang nicht bekannt.

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Der Fall sorgt auch deshalb für Aufsehen, weil die Täter weit über einen gewöhnlichen Telefonbetrug hinausgingen. Sie erschlichen sich nicht nur das Vertrauen ihres Opfers, sondern drangen bis in die Wohnung der Frau vor und setzten offenbar Gewalt ein. Genau dieser Übergang vom Betrug zum Raub macht den Fall besonders schwerwiegend.

Bürger sollen helfen: Polizei sucht nach den Tätern

Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Veröffentlicht wurden bereits Personenbeschreibungen der beiden Tatverdächtigen. Die Polizei weist außerdem erneut darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals telefonisch nach Wertgegenständen fragen oder deren Herausgabe verlangen.

Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte sofort misstrauisch werden und die Polizei über die offizielle Notrufnummer kontaktieren. Für die 88-Jährige bleibt ein Schaden im sechsstelligen Bereich zurück. Für die Ermittler steht aktuell die Aufgabe im Mittelpunkt, die Täter zu identifizieren und weitere Opfer dieser Masche zu verhindern.

(Quellen: Polizeipräsidium Karlsruhe, Staatsanwaltschaft Karlsruhe, dpa)