
Während Karlsruhe über höhere Gebühren für Kitas diskutiert, zeigen die folgenden Städte in der Region, wie es anders geht: nämlich komplett gebührenfrei. Ein Modell mit Signalwirkung.
Karlsruhe kämpft mit einer der niedrigsten Geburtenraten Baden-Württembergs und will gleichzeitig die Gebühren für Kitas erhöhen. Zwei Kommunen gehen einen Gegenweg.
Diese Städte schenken ihren Einwohnern einfach das Kita-Glück
Als erste deutsche Großstadt führte Heilbronn bereits 2008 die gebührenfreie Kita für Kinder ab drei Jahren ein – unabhängig davon, ob die Kinder die Regelbetreuung, verlängerte Öffnungszeiten oder einen Ganztagsplatz besuchen. Diese Entscheidung kostet die Stadt jährlich etwa zehn Millionen Euro. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass die Gebührenfreiheit neben der Qualität der Einrichtungen ein wichtiger Faktor für die steigenden Kinderzahlen in den Kitas ist. Während sich Eltern in Karlsruhe auf steigende Beiträge einstellen müssen, setzen andere Kommunen auf Entlastung. Die Diskussion um die Gebühren der Karlsruher Kitas zeigt deutliche regionale Unterschiede in der Familienpolitik. Somit beweist auch Künzelsau, dass alternative Modelle erfolgreich sein können.
Die Kleinstadt am Kocher geht nämlich sogar noch weiter. Seit 2007 sind hier Kinder ab dem dritten Lebensjahr gebührenfrei, seit 2019 sogar städtische Kinder ab einem Jahr komplett. Der Bürgermeister betont, dass Gemeinderat und Stadtverwaltung an diesem Alleinstellungsmerkmal der Familienfreundlichkeit festhalten. Zwei Millionen Euro jährlich investiert die Kommune in diese Politik – mit sichtbarem Erfolg durch steigenden Zuzug von Familien. Die Finanzierung dieser familienfreundlichen Politik ermöglichen beiden Städten starke Wirtschaftspartner: Heilbronn profitiert von der Schwarz-Gruppe, Künzelsau von Würth.
Die verpasste Chance: Wie Karlsruhe seine eigenen Familien vergrault
Und diese Partnerschaften zeigen ihre Wirkung. Während Karlsruhe bei der Geburtenrate mit 1,08 Kindern pro Frau auf den hinteren Rängen landet, spielt Heilbronn im oberen Drittel mit. Statistiker machen für den Geburtenrückgang unter anderem steigende Kita-Gebühren verantwortlich.
Für beide Städte ist die gebührenfreie Kita keine Ausgabe, sondern eine Investition in die Zukunft. Bis 2040 will Heilbronn auf 140.000 Einwohner wachsen – besonders in der Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen, die auch als Fachkräfte gefragt sind. Während man bei uns in Karlsruhe über Geburtenrückgang klagt, zeigen Heilbronn und Künzelsau, wie man gezielt Familien anzieht und hält.
(Quellen: dpa, Stadt Karlsruhe)














