
Ein junger Hund wird in Karlsruhe an einen Baum gebunden und offenbar seinem Schicksal überlassen. Der Fall beschäftigt jetzt das Ordnungsamt. Gleichzeitig häufen sich seit Beginn der Sommerferien die Fundtiere in der Stadt.
Ein Spaziergänger oder Passant entdeckt am 16. August einen etwa einjährigen Mischlingsrüden im Bereich der Jakob-Dörr-Straße. Das Tier steht dort allein – angebunden an einen Baum. Nach Angaben der Stadt deutet alles darauf hin, dass jemand den Hund ausgesetzt hat. Jetzt versucht das Karlsruher Ordnungsamt herauszufinden, woher der Rüde stammt und wem er zuletzt gehörte.
Hund einfach ausgesetzt – Ferien-Schock trifft jetzt Karlsruhe
Der Fall fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der der Tierschutzverein Karlsruhe und Umgebung besonders viele Fundtiere aufnehmen muss. Seit Ende Juli kamen allein fünf Katzen und fünf Hunde hinzu. Außerdem brachten Finder drei Schildkröten und zwei Ziervögel zum Tierschutzverein. Alle Tiere fanden Menschen innerhalb des Karlsruher Stadtgebiets. Bei vier der fünf Hunde ließ sich das Problem schnell lösen. Sie trugen eine Kennzeichnung und waren registriert. Dadurch konnten die Verantwortlichen ihre Halter ermitteln und die Tiere zurückgeben. Beim jungen Mischlingsrüden aus der Jakob-Dörr-Straße sieht es anders aus. Hier fehlen bislang die entscheidenden Hinweise. Deshalb bittet das Ordnungsamt Menschen, die den Hund erkennen oder etwas über seinen letzten Besitzer wissen, um Mithilfe.
Schweres Schicksal: Immer mehr Tiere landen im Tierheim
Auch bei den Katzen zeigt sich ein Problem, das Tierhalter mit einer einfachen Maßnahme verhindern könnten. Keine der fünf seit Ende Juli aufgenommenen Fundkatzen trägt laut Stadt eine Kennzeichnung. Bislang hat auch niemand die Tiere abgeholt. Eine Kennzeichnung mit Mikrochip und die anschließende Registrierung erleichtern es erheblich, ein entlaufenes Tier seinem Besitzer zuzuordnen. Bei einem registrierten Hund gelang das in vier aktuellen Karlsruher Fällen. Fehlen solche Informationen, beginnt dagegen die Suche nach dem Halter. Für das Tier bedeutet das unter Umständen einen längeren Aufenthalt im Tierheim.
Besonders schwer haben es derzeit schwarze Katzen. Acht von ihnen warten beim Tierschutzverein Karlsruhe und Umgebung auf Menschen, die ihnen ein neues Zuhause geben. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass schwarze Katzen häufig länger auf Interessenten warten. Wer eine Katze aufnehmen möchte, kann sich direkt an den Tierschutzverein wenden. Beim ausgesetzten Mischlingsrüden steht dagegen zunächst eine andere Frage im Mittelpunkt: Wer hat den jungen Hund an dem Baum zurückgelassen? Hinweise zur Herkunft und zum letzten Besitzer nimmt das Ordnungsamt entgegen. Der aktuelle Fall zeigt zugleich, warum eine Registrierung so wichtig ist. Geht ein Haustier tatsächlich nur verloren, steigen damit die Chancen erheblich, dass es schnell wieder nach Hause kommt.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Ordnungs- und Bürgeramt Karlsruhe)














