
Eine Kult-Spielzeugkette, die Generationen begleitet hat, ist insolvent. Die Nachricht trifft nicht nur fast 2.000 Mitarbeiter, sondern auch Familien, für die der vertraute Markt ein Stück Kindheit war.
Ein schwaches Weihnachtsgeschäft hat das Unternehmen in die Knie gezwungen. Die insolvente Kult-Spielzeugkette sucht nun verzweifelt nach einem Investor, um die vertrauten Filialen doch noch zu retten.
Ein Stück Kindheit verschwindet – dahinter stecken mehrere Krisen
Die Nachricht schlägt wie eine Bombe ein, denn ein Stück deutscher Kindheit steht vor dem Aus. Niemand Geringeres als die Kult-Spielzeugkette ROFU Kinderland ist insolvent. Die Firma, die seit über 40 Jahren mit ihren über 100 Filialen in sieben Bundesländern zu den vertrauten Adressen für Lego, Playmobil & Co. gehörte, steht jetzt unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Auch Standorte im Karlsruher Raum sind von der dramatischen Entwicklung betroffen.
Für die rund 1.970 Mitarbeiter bricht eine Zeit der quälenden Ungewissheit an. Ihre Gehälter sind zunächst für drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. Das Gericht ordnete ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung an. In diesem Verfahren bleibt die Geschäftsführung vorerst im Amt, wird aber von Sanierungsexperten unterstützt. Parallel läuft die hektische Suche nach einem Investor. Aber was trieb den beliebten Händler so schnell in den Abgrund? Das Unternehmen nennt hierzu ein perfektes Sturmfeld aus Krisen: ein desaströses Weihnachtsgeschäft, die anhaltende Kaufzurückhaltung der von Inflation geplagten Kunden, explodierende Kosten und den erbarmungslosen Wettbewerb – nicht zuletzt durch den Online-Handel.
Kampf ums Überleben: Der Rettungsplan setzt auf den stationären Handel
Für unzählige Familien, die hier schon das erste Spielzeugauto oder ihren kuscheligen Begleiter fürs Leben gekauft haben, ist die Nachricht von der insolventen Kult-Spielzeugkette ein herber Schlag. Sie markiert nicht nur das Ende einer Ära im Handel, sondern auch den Verlust eines vertrauten Ortes der Kindheit.
Doch in den bunten Filialen soll vorerst weiter Leben herrschen. Nach Unternehmensangaben haben alle Märkte, einschließlich des Online-Shops, weiter geöffnet. Der vorgelegte Sanierungsplan setzt ganz auf die Stärke der realen Welt: Der stationäre Handel soll als Herzstück der Marke gestärkt, Prozesse radikal verschlankt und die Zusammenarbeit mit Lieferanten vertieft werden. Ob dieser Rettungsversuch gelingt, ist jedoch völlig offen.
(Quellen: Rofu Kinderland, Filiale Rheinstetten)














