
Ein extremes Jahr bahnt sich im Karlsruher Raum an. Was bevorsteht, könnte Bürger massiv betreffen. Straßen werden gesperrt, Helfer verzweifelt gesucht – und die Zeit drängt.
Naturschützer rechnen mit massiven Folgen für Bürger. Denn dem Karlsruher Raum steht ein ziemlich extremes Jahr bevor. Doch es fehlen immer noch Helfer!
Ungewöhnliche Ruhe vor dem Sturm: Massenwanderung könnte bevorstehen
Es könnte ein Jahr der Extreme werden. Nicht für das Wetter, nicht für die Wirtschaft – sondern für die Amphibien im Raum Karlsruhe. Zwischen Weingarten und Grötzingen rechnen Naturschützer mit einer massiven Wanderung von Fröschen, Kröten und Molchen. Die Folgen: gesperrte Straßen, nächtliche Einsätze und ein verzweifelter Kampf gegen das Artensterben.
Bisher ist es auffallend ruhig an den Wanderrouten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen die Amphibien oft schon im Dezember unterwegs waren, hat die Wanderung noch kaum begonnen. Experten befürchten: Wenn die Temperaturen steigen und es regnet, könnte es zu einer Massenwanderung kommen. Dann brechen Tausende Tiere gleichzeitig zu ihren Laichgewässern auf – und müssen dabei gefährliche Straßen überqueren.
Straßensperrungen drohen: Diese Strecken sind bei Wanderung betroffen
Die Zahlen der Bestände hingegen sind ernüchternd. Besonders die Erdkröten sind massiv zurückgegangen: Von einst über 2.000 Tieren pro Jahr sind in Weingarten nur noch rund 350 übrig. Die Gründe sind zunehmende Trockenheit, ausgetrocknete Laichgewässer und der tödliche Chytridpilz, der weltweit ein Amphibiensterben verursacht. Ohne die Amphibienretter wären die Tiere längst nahezu verschwunden.
Wenn die Wanderung losgeht, hat das Konsequenzen für die Bürger. Die Stadt Karlsruhe sperrt bei Bedarf mehrere Straßen – darunter die Strecke durch den Weiherwald, die Jean-Ritzert-Straße am Turmberg und den Batzenhofweg in Hohenwettersbach (18 bis 6 Uhr). An der B3 bei Grötzingen und anderen Hotspots sind Helfer im Einsatz, um die Tiere sicher über die Straßen zu tragen.
Das größte Problem bleibt weiterhin: Es fehlen Helfer. Wer bereit ist, nachts bei Regen Kröten über die Straße zu tragen, kann sich beim Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe melden (0721 133-3101). Denn ohne Hilfe wird das Naturspektakel zum stummen Sterben an der Straße.
(Quellen: Naturschutzbund NABU Karlsruhe, Stadt Karlsruhe – Umweltamt, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg)














