Für Flüchtlinge: Wichtiger Karlsruher Anlaufpunkt muss schließen

Ein Laden hat ins Schaufenster die Nachricht "Wir schließen" in Großbuchstaben geklebt. Das Geschäft, das ein wichtiger Ort für die Bürger war, macht wohl bald für immer zu. In Karlsruhe muss nun ein wichtiger Anlaufpunkt für Flüchtlinge schließen.
Symbolbild © istockphoto/Heiko119

Die Zukunft eines etablierten Karlsruher Anlaufpunkts steht auf der Kippe, wobei ein marodes Gebäude ein wichtiges Projekt für Flüchtlinge zur Aufgabe zwingt. Die Lage bleibt kritisch.

Ein sicherer Hafen für Kinder ist in Gefahr. Ein langjähriger Karlsruher Anlaufpunkt für Bildung und Integration muss sein Zuhause verlassen, was die Versorgung von Flüchtlingen bedroht.

Aufgezehrt: Ein Haus, das nicht mehr zu retten ist

Ein zentrales Bildungs- und Betreuungsangebot für geflüchtete Kinder in Karlsruhe steht vor einer ungewissen Zukunft. Das „Lernfreunde-Haus“ wird seinen langjährigen Standort auf dem Campus Ost des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) voraussichtlich Ende Juli 2026 verlassen müssen. Der Grund für die Schließung ist der als nicht mehr verantwortbar eingestufte Zustand des Gebäudes. Laut KIT ist der Zustand des Hauses dabei so marode, dass ein Weiterbetrieb aus Sicherheitsgründen unmöglich ist. Konkret werden freiliegende Heizungsrohre, Wassereinbrüche und eine marode Elektrik als gravierende Mängel genannt.

Das Gebäude, das das KIT kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, steht unter Denkmalschutz und darf daher nicht abgerissen werden. Stattdessen wird über eine Instandsetzung und eine mögliche andere Nutzung, beispielsweise als studentischer Wohnraum, nachgedacht. Die Einrichtung, die vom Kinderhilfswerk UNESON betrieben wird, ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 2016 ein fester Anlaufpunkt. Sie bietet geflüchteten Kindern und Jugendlichen nicht nur schulische Unterstützung in Deutsch und Mathematik, sondern auch eine verlässliche Tagesstruktur, Mahlzeiten und psychosoziale Betreuung. Die Arbeit wird überwiegend durch Spenden finanziert und von Ehrenamtlichen getragen.

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Die Suche nach einem neuen Zuhause läuft

Die Verantwortlichen des Karlsruher Anlaufpunkte bekräftigen ihren Willen, ihre wichtige Arbeit für Flüchtlinge fortzusetzen. Allerdings gefährdet die noch ungeklärte Standortfrage die dringend benötigte Kontinuität für die Kinder. Es werden daher derzeit konstruktive Gespräche mit dem KIT und der Stadt Karlsruhe geführt, um eine alternative Unterbringung zu finden.

Eine konkrete Lösung steht bislang leider noch nicht fest, was die Planungssicherheit für das Projekt erheblich beeinträchtigt. Damit dieser Ort der Sicherheit und Förderung nicht einfach verschwindet, ist nun die Solidarität der gesamten Stadtgesellschaft gefragt.

(Quellen: Lernfreunde-Haus, Campus Karlsruhe)