Geplatzt: Nachtzug von Karlsruhe nach Urlaubsland wird gestoppt

Ein Zug steht an einem Gleis in einem überdachten Bahnhof bei Nacht. Es gibt mehrere Nachtzugverbindungen, die in verschiedene Städte Europas führen. Ein Nachtzug von Karlsruhe Richtung Urlaubsland wird jetzt gestrichen.
Symbolbild © istockphoto/VitalyEdush

Die Pläne waren gemacht, die Tickets verkauft: Ein neuer Nachtzug sollte ab Karlsruhe direkt ins Urlaubsland rollen. Aber jetzt kommt die böse Überraschung. Die Traumstrecke ist geplatzt.

Von Karlsruhe ins Urlaubsland – im Nachtzug durch Europa. Doch diesen schönen Plan vieler Reisender hat man nun gestoppt.

Trotz tausender Fans: Die Politik zieht die Bremse

Die Koffer waren im Geiste schon gepackt. Der Traum vom Einschlafen in Karlsruhe und Aufwachen in Schweden schien zum Greifen nah. Doch jetzt zerschlägt er sich an der harten Realität der Politik: Der geplante Nachtzug von Basel über Karlsruhe nach Kopenhagen und Malmö kommt nicht. Die Schweizer Regierung strich die entscheidenden Fördermittel – und damit ist die klimafreundliche Direktverbindung in den Norden gestorben, bevor sie überhaupt leben konnte. Die Hoffnung hatte bis zuletzt gelebt. Denn seit Anfang November verkauften die Schweizer Bundesbahnen (SBB) bereits Tickets für die dreimal wöchentliche Verbindung, die ab April 2026 rollen sollte.

Die Route klang wie ein Reisemärchen: Von Basel durch die Nacht, mit Stopps in Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt und Hamburg, weiter über die dänischen Inseln bis zum Endpunkt im schwedischen Malmö. Ein Komfortzug mit 350 Plätzen in Schlaf- und Liegewagen, ein Bistro, barrierefreie Abteile – die perfekte Alternative zum Flugzeug für alle, die entspannt und nachhaltig in den Urlaub starten wollten. Doch das Märchen braucht einen Paten: staatliche Förderung.

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Im Nachtzug von Karlsruhe ins skandinavische Urlaubsland: Die Traumstrecke, die nie rollen wird

Viele Karlsruher fänden einen Nachtzug, der sie direkt in das skandinavische Urlaubsland befördert, genial. Aber Nachtzüge sind nun einmal ziemlich teuer. Die Kosten für die modernen Wagen, die Trassengebühren auf fremden Schienennetzen und das Personal machen sie ohne Zuschüsse unwirtschaftlich. Besonders bitter: Das Schweizer Votum fiel mit 99 zu 92 Stimmen denkbar knapp aus. Die zehn Millionen Franken Förderung werden somit nicht kommen. Nicht nur für den Tourismus – auch für den Klimaschutz – ist das ein herber Rückschlag.

Zumindest bekommen alle Kunden, die bereits voller Vorfreude gebucht hatten, in den kommenden Tagen ihren vollen Ticketpreis zurück. Dennoch ist das alles mehr als schade. Diese spezielle Verbindung wäre die einzige Direktverbindung zwischen der Schweiz und Skandinavien gewesen. Von Malmö aus wären Urlaubsziele wie Stockholm oder Göteborg leicht erreichbar gewesen. Stattdessen klafft indessen auf der Landkarte wieder eine Lücke.

Die Bürger wünschen sich umweltfreundliche Alternativen. Doch solange die Politik solche Projekte nicht entschlossener fördert, wird der Fortschritt immer hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Die beste Idee nützt nichts, wenn ihr der politische Rücken fehlt. Eine nachhaltige Zukunft ist keine Marktfrage, sondern eine Entscheidung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, SBB, Schweizer Parlament)