Giftige Chemikalien im Boden: Millionenförderung bei Karlsruhe

In einem Öl- und Industriegebiet stehen viele große Industrieanlagen. Darunter befinden sich Öl- und Gas-Pipilines. Man erkennt zudem einige große Ventile.
Symbolbild © istockphoto/FredFroese

Seit Jahren beschäftigt die Belastung mit giftigen Chemikalien im Boden die Behörden, Landwirte und Anwohner. Besonders die Region Mittelbaden rund um Rastatt gilt als eines der größten bekannten PFAS-Schadensgebiete Deutschlands. Nun soll eine neue Förderung des Landes dazu beitragen, Lösungen für eines der hartnäckigsten Umweltprobleme der vergangenen Jahrzehnte zu finden.

Das baden-württembergische Umweltministerium stellt rund 1,2 Millionen Euro für mehrere Forschungsprojekte zur Verfügung. Ziel ist es, neue Wege zu entwickeln, um PFAS-belastete Böden zu sanieren und die Ausbreitung der Chemikalien einzudämmen. Die Forschung soll außerdem dabei helfen, die Belastung von Grundwasser und landwirtschaftlichen Flächen langfristig zu reduzieren.

Millionenförderung bei Karlsruhe – heftiges Umweltproblem im Boden

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften über viele Jahre in zahlreichen Produkten eingesetzt wurden. Das Problem: Die Stoffe sind äußerst langlebig und bauen sich in der Umwelt nur sehr langsam ab. Deshalb werden sie häufig als sogenannte „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.

In Mittelbaden wurden vor Jahren große Flächen mit PFAS belastet. Nach Erkenntnissen der Behörden gelangten die Stoffe über belastete Papierfaserschlämme und Komposte auf landwirtschaftliche Flächen. In der Folge wurden Böden und teilweise auch Grundwasservorkommen verunreinigt. Die Auswirkungen beschäftigen die Region bis heute.

Lesen Sie auch
Nach 23 Jahren: Karlsruher Traditionsgeschäft schließt Ende Juli

Umweltministerium schlägt Alarm: Keine kurzfristige Lösung für das Problem

Nach Angaben des Umweltministeriums sollen die Projekte wichtige Erkenntnisse für den Umgang mit PFAS-belasteten Flächen liefern. Die Ergebnisse könnten nicht nur für Baden-Württemberg, sondern auch für andere Regionen Deutschlands von Bedeutung sein. Denn PFAS-Belastungen werden inzwischen bundesweit an zahlreichen Standorten festgestellt. Für die Menschen in der Region Rastatt ist die Förderung ein wichtiges Signal. Viele Betroffene hoffen seit Jahren auf praktikable Lösungen für die belasteten Flächen.

Zwar wird die Forschung das Problem nicht kurzfristig beseitigen können, dennoch sehen Experten in den neuen Projekten einen wichtigen Schritt, um langfristige Sanierungsstrategien zu entwickeln. Ob die geförderten Vorhaben tatsächlich zu einem Durchbruch führen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die PFAS-Belastung bleibt eine der größten umweltpolitischen Herausforderungen in Baden-Württemberg. Mit der neuen Förderung setzt das Land nun verstärkt auf Forschung und Innovation, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

(Quellen: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Regierungspräsidium Karlsruhe)