Große Wende bei Karlsruhe: Abschuss für Wolf doch gestoppt

Ein Wolf knurrt und fletscht die Zähne – das markiert ein mögliches Angriffsverhalten. Menschen sollten sich aus Sicherheitsgründen vom Wolf fernhalten.
Symbolbild © imago/Daniel Scharinger

Im Streit um einen Wolf im Schwarzwald ist eine überraschende Entscheidung gefallen. Der Abschuss des Tieres, das zuletzt in der Region rund um die Hornisgrinde für Diskussionen gesorgt hatte, wird vorerst nicht durchgeführt. Damit endet ein monatelanger Konflikt zwischen Behörden, Landwirten und Tierschützern mit einer deutlichen Wendung.

Ursprünglich hatte das baden-württembergische Umweltministerium eine Abschussgenehmigung erteilt. Hintergrund waren mehrere gerissene Nutztiere in der Region. Das Tier wurde als sogenannter Problemwolf eingestuft, da es wiederholt Weidetiere angegriffen haben soll. Vor allem Schafhalter in der Region hatten sich deshalb für ein Eingreifen der Behörden ausgesprochen.

Wende im Streit: Abschuss für Wolf doch gestoppt

Die Entscheidung sorgte jedoch schnell für Kritik. Tierschutzorganisationen und Wolfsbefürworter wehrten sich gegen die geplante Tötung des Wolfs und legten rechtliche Schritte ein. Ihrer Ansicht nach war nicht eindeutig bewiesen, dass genau dieses Tier für alle Risse verantwortlich war. Zudem müsse zunächst stärker auf Herdenschutzmaßnahmen gesetzt werden.

Nach rechtlicher Prüfung und neuer Bewertung wurde die Abschussgenehmigung gestoppt. Umweltministerin Thekla Walker begründete diese Entscheidung damit, dass derzeit keine ausreichende Grundlage mehr bestehe, um den Abschuss weiter zu verfolgen. Unter anderem habe sich die Situation in der Region verändert, sodass die Voraussetzungen für eine solche Maßnahme aktuell nicht mehr gegeben seien.

Lesen Sie auch
Bürger besorgt: Fast 1.000 Soldaten sammeln sich bei Karlsruhe

Tierschützer jubeln: Wolf darf weiterleben im Schwarzwald

Für viele Tierschützer ist diese Entscheidung ein Erfolg. Sie hatten in den vergangenen Wochen immer wieder gegen die geplante Tötung des Wolfs protestiert und für den Schutz der Tiere demonstriert. Nach Bekanntwerden der neuen Entscheidung reagierten mehrere Organisationen erleichtert und sprachen von einem wichtigen Signal für den Artenschutz. Gleichzeitig bleibt die Situation für Weidetierhalter angespannt.

Sie warnen weiterhin vor möglichen Angriffen auf Schafe oder Ziegen und fordern mehr Unterstützung beim Schutz ihrer Herden. Dazu gehören unter anderem Förderprogramme für Zäune oder Herdenschutzhunde. Der Fall zeigt erneut, wie kontrovers das Thema Wolf in Baden-Württemberg diskutiert wird. Während Naturschützer den Schutz der streng geschützten Tiere betonen, sehen viele Landwirte ihre Existenz gefährdet. Wie sich die Situation in der Region künftig entwickelt, hängt auch davon ab, ob es zu weiteren Wolfsrissen kommt und wie die Behörden darauf reagieren.

(Quellen: NABU, Schwarzwald, Baden-Württemberg)