
Mit sieben Schläuchen und einem Großaufgebot rückte die Feuerwehr an – der Großeinsatz im Zoo galt zwei Eisbären, die sich im Wasser nicht mehr ans Ufer retten konnten.
Großeinsatz für die Feuerwehr Karlsruhe: Die Eisbären steckten in ihrem eigenen Becken fest und mussten von den Einsatzkräften befreit werden.
Wasser marsch! Die Rettungsidee war so simpel wie genial
Ein Notruf der ungewöhnlichen Art erreichte die Feuerwehr Karlsruhe am Donnerstagmorgen: Zwei Eisbären saßen im Zoo fest, und zwar in ihrem eigenen Becken. Was wie eine Szene aus einem absurden Film klingt, war für Eisbärin Nuka und ihren einjährigen Sohn Mika bittere Realität. Denn über Nacht war der Wasserstand im Tiefbecken der Anlage aus ungeklärter Ursache dramatisch gesunken. Als die Tierpfleger am Morgen nach den beiden schauten, bot sich ihnen ein surreales Bild: Mutter und Jungtier standen bis zur Brust im Wasser – gefangen in ihrer eigenen Schwimmanlage. Der Wasserstand war zu niedrig, um ans Ufer zu schwimmen, aber zu hoch, als dass die Tiere einfach herausspazieren konnten.
Die Feuerwehr rückte daher mit einem Großaufgebot an: 31 Einsatzkräfte, sieben Fahrzeuge, Berufsfeuerwehr plus Freiwillige aus Neureut und Knielingen. Die Mission: Eisbären retten, aber wie? Mit sieben Schläuchen pumpten die Retter Wasser aus dem nahegelegenen Schwanensee direkt in das Eisbärenbecken. Eine halbe Stunde lang arbeiteten die Pumpen auf Hochtouren, bis der Wasserpegel endlich wieder stieg. Dann der erlösende Moment: Nuka und Mika konnten eigenständig aus dem Becken klettern. Doch statt sich erschöpft zurückzuziehen, passierte etwas Erstaunliches. Nur wenige Minuten nach ihrer Rettung standen beide Eisbären wieder am Beckenrand und beobachteten fasziniert, wie die Feuerwehr weiter Wasser nachpumpte. Es wirkte so, als hätten sie Eintrittskarten für die beste Show der Stadt.
Großes Kino: 31 Einsatzkräfte, sieben Fahrzeuge und eine Mission
Der stellvertretende Zoodirektor Steffen Karcher zeigte sich erleichtert und dankbar. Die Feuerwehr habe professionell und blitzschnell gehandelt. Doch für die Einsatzkräfte war es definitiv kein Alltagseinsatz – Eisbären aus dem Wasser zu holen, steht bestimmt nicht im Standard-Trainingsplan.
Was genau in der Nacht schiefgelaufen ist, untersuchen die Techniker nun akribisch. Die gesamte Wassertechnik wird durchforstet, was Tage dauern kann. Fest steht: Aktuell geht kein Wasser mehr verloren. Das Gehege ist wieder für Besucher geöffnet, und Nuka und Mika nutzen ihre Anlage wie gewohnt – fast so, als wäre nichts passiert.
(Quellen: Zoo Karlsruhe, Feuerwehr Karlsruhe, Polizeipräsidium Karlsruhe)














