Großer Sparzwang: Nächste Abschaffung droht nun in Karlsruhe

Zwei Beamte vom Ordnungsamt stehen in ihrer blauen Uniform mit Mütze in einer Innenstadt und beobachten die Menschen. Im Hintergrund spazieren Passanten im Sonnenschein. Aufgrund des Sparzwanges kommt in Karlsruhe wohl eine neue Abschaffung.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Der große Sparzwang hat massive Folgen für die Stadt Karlsruhe. Neben drastischen Kürzungen in der Kultur und im Zoo könnte es nun sogar eine zentrale städtische Dienststelle treffen.

Kultursterben, teurere Zoobesuche und die Abschaffung städtischer Dienste: Der Gemeinderat in Karlsruhe entscheidet über den großen Sparzwang in der Stadt.

Existenznot: Vom Ordnungsdienst bis zum Kulturfestival befindet sich das Stadtbild im Wandel

Die Lage ist ernst. Um mindestens 80 Millionen Euro pro Jahr in den Jahren 2026 und 2027 einzusparen, prüft die Stadt Karlsruhe viele verschiedene Möglichkeiten. Dazu liegt eine lange Liste mit 350 Sparvorschlägen vor. Jetzt hat die Karlsruher Liste (KAL) im Gemeinderat einen deutlichen Vorschlag gemacht: den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) abzuschaffen. Nach Ansicht der KAL-Fraktion sind Polizeiarbeit und Sicherheit in erster Linie Aufgaben des Landes. Die Abschaffung des städtischen Dienstes würde daher Geld frei machen. Doch dieser Vorschlag stößt auf deutlichen Widerstand – insbesondere bei Dezernatsleiter und Bürgermeister Albert Käuflein.

Während die Zukunft des KOD noch unklar ist, fürchtet sich die freie Kulturszene bereits vor dem Ende. Die Pläne der Stadt sehen vor, die Gelder für Kulturvereine, Filmfestivals und freie Theater um 8,7 Prozent zu kürzen. Das sind etwa 760.000 Euro pro Jahr. Der Kulturring Karlsruhe warnt: Acht von 21 Kultureinrichtungen könnten diese Kürzungen nicht überstehen. Die Folgen des großen Sparzwangs in Karlsruhe gehen aber noch weiter. Auch der beliebte Zoo ist betroffen: Er soll künftig schon eine Stunde nach Kassenschluss schließen. Damit wären lange Sommerabende im Stadtgarten vorbei.

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Im Dezember muss der Gemeinderat die endgültigen Entscheidungen über das große Sparpaket treffen. Alle Fraktionen sind sich einig, dass gespart werden muss. Aber darüber, wie und wo genau, wird stark gestritten. Die Grünen wollen Klimaschutz und soziale Angebote bewahren. Während sich die CDU für Kultur und städtische Jobs einsetzt, warnt die SPD davor, dass arme Menschen die Kosten tragen müssen.

Eins ist klar: Karlsruhe erlebt die härtesten Sparmaßnahmen seit langem. Ob der Kommunale Ordnungsdienst tatsächlich abgeschafft wird und was noch alles gestrichen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Liste der möglichen Kürzungen ist lang, und jedes gestrichene Angebot würde den Menschen in der Stadt fehlen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Stadt Karlsruhe, Gemeinderat Karlsruhe, Karlsruher Liste (KAL))