Hass gegen Karlsruher eskaliert – Polizei schlägt bundesweit zu

Vier Polizisten stehen auf einer Straße vor einem Parkplatz. Drei von ihnen sind direkt zu sehen, ein vierter tritt gerde halb hinter einem Hindernis hervor. Alle vier Beamte sind maskiert und bewaffnet.
Symbolbild © istockphoto/Adam Bartosik

Eine jahrelange Hetzkampagne gegen einen Mann aus Karlsruhe beschäftigt inzwischen Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gingen jetzt bundesweit gegen eine sogenannte „Hater-Community“ vor. In sieben Bundesländern durchsuchten Einsatzkräfte insgesamt 15 Wohnungen.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein 44-jähriger Karlsruher, der selbst öffentlich in sozialen Netzwerken auftritt. Nach Angaben der Ermittler soll er wegen seines Auftretens und teilweise stark polarisierender Inhalte ins Visier der Gruppe geraten sein. Die Kriminalpolizei Karlsruhe ermittelt bereits seit Januar 2024. Nun beschlagnahmten die Beamten bei einer Durchsuchung zahlreiche Datenträger. Weiterhin entdeckten sie eine Indoor-Plantage mit rund 40 Cannabispflanzen.

Hass gegen Karlsruher: Hetze soll bis ins echte Leben gereicht haben

Die mutmaßlichen Angriffe blieben offenbar nicht im Internet. Die insgesamt 15 Beschuldigten sind zwischen 22 und 49 Jahre alt. Teile der Gruppe sollen sich „Freikreuzzug“ beziehungsweise „FKZ“ nennen. Über verschiedene Plattformen sollen Mitglieder Informationen über den Karlsruher und sein Umfeld gesammelt, ausgetauscht und gemeinsame Aktionen vorbereitet haben.

Besonders perfide: Die Verdächtigen sollen im Namen des 44-Jährigen beleidigende oder bedrohliche E-Mails verschickt haben. Empfänger waren laut Polizei unter anderem Politiker, Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen, Einzelhandelsunternehmen und Angehörige der Rechtspflege. Dadurch geriet der Karlsruher selbst ins Visier von Behörden. Gegen ihn sollen Strafanzeigen und Ermittlungsmaßnahmen ausgelöst worden sein. Noch schwerer wiegen weitere Vorwürfe. Mitglieder der Gruppe sollen das Wohnanwesen des Mannes beschädigt haben. Selbst Gräber seiner Familienangehörigen in Karlsruhe sollen attackiert worden sein.

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Polizei durchsucht 15 Wohnungen – bundesweite Großaktion

Am 30. September schlugen die Ermittler schließlich bundesweit zu. Wohnungen in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurden durchsucht. Dabei stellten sie umfangreiche Datenträger und überraschend auch eine größere Cannabis-Plantage sicher. Die Ermittler müssen die sichergestellten Daten nun auswerten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Nötigung, Bedrohung, Störung der Totenruhe, Sachbeschädigung, Beleidigung und des Vortäuschens von Straftaten. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an. Bis dahin bleiben weitere Neuigkeiten und Entwicklungen zu dieser Sache unter Verschluss.

(Quellen: Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Polizeipräsidium Karlsruhe)