Job-Hammer in Karlsruhe – Hunderte Stellen fallen weg

Eine Hand, die ein Smartphone mit dem Schriftzug IONOS vor einen Computerbildschirm hält. Im Hintergrund ist eine Website zum Thema Domains und Markenaufbau zu erkennen.
Symbolbild © imago/Zoonar

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Umbruch. Das merkt man nun auch in Karlsruhe, wo aufgrund eines Job-Hammers Hunderte Stellen wegfallen – und das nicht nur zum Leidwesen der Beschäftigten.

Bei einem großen Unternehmen in Karlsruhe steht ein großer Umbau an – ein echter Job-Hammer, könnte man sagen. Hunderte Stellen fallen weg, während gleichzeitig Millionen in KI und Cloud fließen sollen.

Was hinter dem Umbau steckt

Bei einem führenden Unternehmen in Karlsruhe verändert sich die Unternehmensstruktur deutlich. Die Konzernmutter United Internet startet gemeinsam mit ihren Tochterfirmen mehrere Umbauprogramme. Insgesamt geht es um rund 800 Arbeitsplätze. Der Schritt kommt trotz weiter wachsender Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der IONOS-Umsatz um 6,9 Prozent auf 701,1 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden stieg auf 6,91 Millionen.

Die Firma IONOS will dabei interne Abläufe vereinfachen und technische Plattformen stärker bündeln. Gleichzeitig soll Künstliche Intelligenz häufiger bei internen Prozessen zum Einsatz kommen. Nach Unternehmensangaben geht es dabei um eine neue Ausrichtung auf kommende Marktchancen. Für Kunden dürfte vor allem interessant sein, wohin die frei werdenden Mittel fließen. IONOS plant damit unter anderem neue KI-Produkte und einen weiteren Ausbau des Cloud-Geschäfts. Die aktuellen Zahlen geben einen wichtigen Kontext. Neben dem Umsatz legte auch das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent auf 245,2 Millionen Euro zu. Das Unternehmen hält zudem an seiner Jahresprognose fest.

Lesen Sie auch
Tote Tiere in Karlsruhe – Stadt warnt jetzt die Bevölkerung

Vollzeitstellen in Gefahr: Jetzt wird das Ausmaß sichtbar

In Karlsruhe soll die Zahl der Vollzeitstellen von rund 3.800 auf etwa 3.350 sinken. Damit fallen 450 Arbeitsplätze weg. Die Reduzierung betrifft Arbeitsplätze im In- und Ausland zu ungefähr gleichen Teilen. Die Maßnahme verursacht zunächst erhebliche Kosten. IONOS rechnet 2026 mit rund 35 Millionen Euro für die Restrukturierung. Ab 2027 sollen dadurch jährlich bis zu 30 Millionen Euro eingespart werden.

Auch bei 1&1 wird die Belegschaft verkleinert. Dort sollen rund 350 Stellen wegfallen. Zusammen erwartet United Internet aus den Programmen langfristig Einsparungen von etwa 55 Millionen Euro pro Jahr. Die Konzernprognose für 2026 bleibt bei rund 6,25 Milliarden Euro Umsatz und 1,45 Milliarden Euro EBITDA. Für Karlsruhe bedeutet der Umbau damit einen deutlichen Einschnitt. Gleichzeitig zeigt die Unternehmensplanung, dass IONOS nicht allein auf Sparen setzt: Die Einsparungen sollen in KI-Produkte und Cloud-Angebote zurückfließen.

(Quellen: IONOS)