
Es könnte das Aus für die Traditionsbäckerei sein: Seit 1904 backt Neff in Karlsruhe Brötchen – aber jetzt hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Es sind harte Zeiten für die Brotkultur.
Nicht weniger als 500 Prozent höhere Energiekosten hat das Familienunternehmen zu stemmen! Die Traditionsbäckerei Neff kann nicht mehr – und meldet Insolvenz an. Für Karlsruhe ist das ein Schock.
Schock für 200 Mitarbeiter: Warum die Rechnung nicht mehr aufging
Wer in Karlsruhe aufgewachsen ist, kennt diesen Duft. Diesen unverwechselbaren Geruch von frischen Brezeln, knusprigen Brötchen und süßen Teilchen, der einem entgegenströmt, wenn man morgens eine Neff-Filiale betritt. Generationen von Karlsruhern haben hier ihre Brötchen geholt. Doch jetzt kämpft die Bäckerei in vierter Generation ums Überleben. Die Rudolf Neff GmbH hat Insolvenz angemeldet – genauer gesagt: ein Verfahren zur Sanierung in Eigenverwaltung eingeleitet. Für die 19 Filialen in Karlsruhe und der Region ändert sich jedoch erst einmal nichts. Die Läden sind geöffnet, die Backstube läuft, der Duft von frischem Brot strömt weiter durch die Verkaufsräume. Auch die rund 200 Mitarbeiter können erst einmal aufatmen: Ihre Löhne sind bis April gesichert.
Warum also dieser Schritt? Die Antwort liegt in den vergangenen Jahren. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Energiepreise explodiert. Für eine Bäckerei mit ihren Gas- und Ölofen ist das existenzbedrohend. Bis zu 500 Prozent mehr für Energie hatte Neff zu zahlen. Hinzu kommen teurere Rohstoffe wie Mehl und gestiegene Lohnkosten. Wieso also nicht einfach die Preise erhöhen? Im Bäckerhandwerk ist das ein heikles Thema. Die Kundschaft ist preissensibel, der Wettbewerb mit Discountern hart. Also hat Neff die Mehrkosten lange geschluckt. Doch irgendwann ging die Rechnung nicht mehr auf. Aber es ist nicht das Ende, sondern ein Neuanfang. Bei der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung am Ruder, während Sanierungsexperten helfen, das Unternehmen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Gemeinsam soll ein Plan für die Zukunft geschmiedet werden.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Duft der Heimat erhalten bleibt














