
Darüber sind viele zwar sehr traurig, reagieren aber auch verständnisvoll. Eine Karlsruher Familien-Brennerei schließt nach elf Jahren und beendet ihre Erfolgsgeschichte. Für viele Stammkunden endet damit eine Ära.
Damit verliert Karlsruhe nicht nur ein besonderes Unternehmen, sondern auch einen wichtigen Anlaufpunkt. Eine Familien-Brennerei schließt nach elf Jahren und zieht einen Schlussstrich. Für viele kommt dieses Aus sehr plötzlich und überraschend.
Wichtiger Bestandteil der deutschen Genuss- und Kulturlandschaft
Brennereien gehören zu den ältesten Handwerksbetrieben der Lebensmittelherstellung und haben in Deutschland eine lange Tradition. Die Geschichte des Brennens reicht dabei mehrere Jahrhunderte zurück, denn erste Verfahren zur Destillation waren bereits in der Antike bekannt und wurden anschließend im Mittelalter in Europa weiterentwickelt. Zunächst diente die Destillation vor allem der Herstellung von Arzneimitteln mit alkoholischen Essenzen. Mit der Zeit entstanden daraus jedoch gewerbliche Brennereien, die regionale Spezialitäten produzierten. Besonders in ländlichen Regionen entwickelten sich deshalb viele kleine Familienbetriebe, die das Obst der Umgebung zu Bränden verarbeiteten. Eine Karlsruher Familien-Brennerei schließt nun allerdings nach elf Jahren ihre Tore.
Wirtschaftliche Belastungen führten zur Entscheidung
In vielen Gegenden Deutschlands, wie in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz oder Niedersachsen, wurde das Brennen von Obst zu einem festen Bestandteil der Landwirtschaft. Häufig nutzten Familien überschüssige Früchte aus Streuobstwiesen, um daraus Obstbrände, Liköre, Whisky, Gin oder verschiedene Edelbrände herzustellen. Im Jahr 2025 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 10.000 Brennereien in Deutschland zugelassen. Dennoch hat sich die Branche im Laufe der Jahre stark verändert. Viele traditionelle Brennereien stehen daher vor Herausforderungen wie steigenden Kosten, verändertem Konsumverhalten und einer zunehmenden Konkurrenz durch große Spirituosenhersteller.
So schließt nach mehr als einem Jahrzehnt die Brennerei Scriptor in Karlsruhe-Bulach. Michael Schreiber und seine Tochter Judith Sol geben damit ihr gemeinsames Herzensprojekt auf, das aus einer geerbten Streuobstwiese mit rund 50 Obstbäumen entstanden ist. Seit vielen Jahren verarbeitete Michael Schreiber das geerntete Obst zu hochwertigen Spirituosen wie Bränden, Whisky, Gin und Likören. 2013 eröffnete der Familienbetrieb zudem einen Hofladen; später kamen außerdem ein Onlineshop, Gastronomie-Lieferungen und Veranstaltungen hinzu. Steigende Kosten, neue Belastungen durch die Alkoholsteuer sowie weitere wirtschaftliche Herausforderungen führten schließlich zur Entscheidung für die Schließung. Damit endet nicht nur eine Ära, sondern der Ort verliert zugleich auch einen allseits beliebten Treffpunkt.
(Quellen: Scriptor Brennerei, Instagram)














