Karlsruhe kämpft gegen Ameisen-Plage: Jetzt startet Großoffensive

Ein großer Erdhaufen mit Löchern darin ist aufgetürmt auf dem Waldboden zu sehen. Es handelt sich wohl um einen Termitenbau, der oberirdisch, groß und scheinbar ohne Einwohner auf dem Naturfoto eingefangen wurde.
Symbolbild © istockphoto/Udayakumar R

Die invasive Ameisenart Tapinoma breitet sich in Karlsruhe immer weiter aus. Besonders im Stadtteil Neureut haben sich riesige Superkolonien gebildet, die sich über ganze Straßenzüge erstrecken. Die Tiere richten nicht nur Schäden an Gehwegen und Gebäuden an. Jetzt startet die Stadt eine Großoffensive.

Nach Angaben des Gartenbauamts wurden in Karlsruhe inzwischen acht Kolonien der Tapinoma magnum festgestellt. Zwei davon gelten bereits als Superkolonien mit mehreren Millionen Ameisen. Der Schwerpunkt des Befalls liegt in Neureut, wo sich die invasive Art über Jahre nahezu unbemerkt ausbreiten konnte. Die Stadt hat die betroffenen Gebiete inzwischen kartiert und bereitet gezielte Maßnahmen vor.

Gegen die Ameisen-Plage mit heißem Wasser: Jetzt startet Großoffensive in Karlsruhe

Herzstück der neuen Strategie ist ein spezielles Heißwasserdampfgerät. Mit bis zu 130 Grad heißem Wasserdampf werden die unterirdischen Nester behandelt. Der Dampf gelangt unter Gehwegplatten und tief in den Boden, wo sich die Königinnen und Brutkammern befinden. Anders als herkömmliche Bekämpfungsmethoden soll dieses Verfahren die Kolonien direkt an ihrer Quelle treffen. Die Einsätze werden nicht einmalig durchgeführt, sondern sollen regelmäßig wiederholt werden.

Allein kann die Stadt das Problem jedoch nicht lösen. Da sich viele Nester auf Privatgrundstücken befinden, sind Grundstückseigentümer und Anwohner ausdrücklich aufgefordert, sich an der Bekämpfung zu beteiligen. Die Stadt informiert Betroffene über das richtige Vorgehen und empfiehlt bei starkem Befall die Unterstützung durch professionelle Schädlingsbekämpfer. Nur wenn öffentliche und private Flächen gleichzeitig behandelt werden, besteht nach Einschätzung der Fachleute eine realistische Chance, die Ausbreitung einzudämmen.

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Stadt Karlsruhe warnt die Bürger vor der Ameisen-Plage

Zusätzlich setzt Karlsruhe auf Information und Aufklärung. Im Rahmen einer sogenannten Ameisen-Weg-Woche in Neureut stehen Experten vor Ort bereit, erklären die Merkmale der Tapinoma magnum und geben praktische Tipps zur Bekämpfung. Gleichzeitig können sich Nachbarn vernetzen und über gemeinsame Maßnahmen austauschen. Auch die gemeinschaftliche Nutzung von Heißwasserdampfgeräten soll unterstützt werden.

Die Tapinoma magnum stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gilt als besonders schwer zu bekämpfen. Anders als heimische Ameisen bildet sie riesige Superkolonien mit zahlreichen Königinnen und Millionen Arbeiterinnen. Dadurch kann sie sich innerhalb kurzer Zeit auf großen Flächen ausbreiten. Experten raten deshalb dringend davon ab, Verdachtsfälle vorschnell selbst zu bekämpfen. Zunächst sollte geprüft werden, ob es sich tatsächlich um die invasive Art handelt, damit heimische Ameisen nicht versehentlich vernichtet werden.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Gartenbauamt Karlsruhe, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe und Stuttgart)