
Karlsruhe muss sparen – und das bekommen jetzt auch Kinder und Familien zu spüren. Die Stadt will innerhalb von fünf Jahren 80 Spielflächen aufgeben. Bei den ersten 20 Standorten hat der Gemeinderat den Rückbau bereits beschlossen.
Karlsruhe verfügt über ein großes Netz öffentlicher Spielmöglichkeiten. Doch genau hier setzt die Stadt nun den Rotstift an. Insgesamt sollen 80 von rund 400 Spielflächen einschließlich der Anlagen in Kleingärten verschwinden. Ende Juli hat der Gemeinderat die ersten 20 Standorte festgelegt.
Jetzt verschwinden gleich 80 Spielplätze aus Karlsruhe – Familien sind traurig
Die Stadt streicht die Plätze nicht wahllos. Das Gartenbauamt hat unter anderem geprüft, wie stark Familien die einzelnen Anlagen nutzen, in welchem Zustand die Spielgeräte sind und welche Alternativen Kinder in der Umgebung erreichen können. Ein Beispiel liegt am Obermühlweg in Grötzingen. Dort steht lediglich ein Wipptier. Größere Spielplätze befinden sich nicht weit entfernt. Auch die Anlage an der Alten Bach in Hagsfeld zählt laut Stadt zu den wenig genutzten Standorten. Dort würden außerdem Reparaturen anstehen. Intakte Geräte will Karlsruhe nach dem Abbau nicht entsorgen, sondern auf anderen Spielplätzen weiterverwenden. Die frei werdenden Grundstücke bleiben grundsätzlich öffentliche Grünflächen. Denkbar sind dort künftig etwa Blühflächen, Urban Gardening oder Projekte für mehr Artenvielfalt.
Hinter der Entscheidung steckt vor allem die schwierige Haushaltslage der Stadt. Der Gemeinderat brachte die Reduzierung bereits mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 auf den Weg. Karlsruhe will dadurch langfristig Kosten für Reparaturen, Kontrollen und die laufende Unterhaltung sparen. Besonders überraschend: In der ersten Phase fällt die finanzielle Entlastung noch sehr gering aus. Die Verwaltung rechnete zunächst lediglich mit rund 5.000 Euro Einsparung. Schließlich kostet auch der Abbau der Anlagen Geld.
Der Anfang ist gemacht: Karlsruhe verändert die Spielplätze in der gesamten Stadt
Bei den ersten 20 Standorten bleibt es jedoch nicht. Weitere 60 Spielflächen sollen innerhalb von fünf Jahren folgen. Welche Anlagen die Stadt in den nächsten Runden auswählt, steht noch nicht endgültig fest. Genau dort könnte die Diskussion noch deutlich heftiger werden. Oberbürgermeister Frank Mentrup machte während der Beratungen deutlich, dass die nächsten Entscheidungen schwieriger ausfallen könnten. Karlsruhe nennt aktuell allein 325 öffentliche Kinderspielplätze sowie zusätzliche Bolzplätze und Ballspielflächen. Für betroffene Familien dürfte allerdings weniger die Gesamtzahl zählen. Entscheidend ist, ob Kinder weiterhin einen gut erreichbaren Spielplatz in ihrer unmittelbaren Umgebung haben.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Gartenbauamt Karlsruhe, Gemeinderat Karlsruhe)














