Karlsruhe probt den Katastrophenfall – 150 Einsatzkräfte dabei

Viele Feuerwehrleute stehen an einem Einsatzort in voller Montur neben dem roten Feuerwehrauto und versuchen nach einer Katastrophe Ordnung ins Chaos zu bringen. Bei Karlsruhe wurde durch einen Brand ein beliebtes Ausflugsziel zerstört.
Foto: Aaron Klewer / Einsatz-Report24

Auch wenn keine Gefahr besteht, muss man den Ernstfall proben. Deshalb übt Karlsruhe gerade den Katastrophenfall mit 150 Einsatzkräften, die sich tatkräftig wappnen und vorbereiten, damit im Ernstfall alles glatt läuft.

Karlsruhe übt für den Ausnahmezustand, den möglichen Katastrophenfall. Mehr als 150 Einsatzkräfte trainieren einen Klinik-Notfall, bei dem plötzlich alles gleichzeitig zählt.

Einsatzkräfte üben Katastrophen-Szenario in realistischem Planspiel

Am Samstag, 26. September 2026, läuft am Klinikum Karlsruhe eine außergewöhnliche Übung. Feuerwehr, Rettungsdienst und Klinikpersonal bereiten sich gemeinsam auf eine Lage mit vielen Verletzten vor. Rund 70 Klinikmitarbeiter, mehr als 50 Feuerwehrleute und etwa 40 Rettungskräfte sind beteiligt. Dazu kommen rund 50 Statisten, die verletzte Menschen darstellen. So entsteht ein Szenario, das deutlich näher an einen echten Großeinsatz herankommt.

Die Übung setzt auf ein schweres Ausgangsszenario. Eine Explosion in einer Heizzentrale löst einen Großbrand aus. Mehrere Menschen erleiden schwere und teils lebensbedrohliche Verletzungen. Die geschminkten Statisten tragen dafür beschädigte Kleidung und realistisch wirkende Verletzungen. Dann zählt nicht nur medizinisches Können. Auch Meldungen, Wege und Zuständigkeiten müssen funktionieren. Einsatzkräfte müssen schnell erkennen, welche Informationen zuerst benötigt werden und wohin verletzte Menschen weitergeleitet werden. Für die Bevölkerung gibt es ebenfalls einen praktischen Hinweis: Das BBK empfiehlt, die Warn-App NINA für den eigenen Wohn- und Arbeitsort zu aktivieren. Dort erscheinen amtliche Warnungen und konkrete Verhaltenshinweise.

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Dann zeigt sich, worauf es im Ernstfall wirklich ankommt

Im Mittelpunkt steht ein Massenanfall von Verletzten, kurz MANV. Dabei reicht die normale Reihenfolge der Versorgung nicht aus. Die Einsatzkräfte müssen Patienten nach Dringlichkeit einordnen. Dieses Verfahren heißt Triage. Trainiert werden außerdem die Identifikation und erste medizinische Einschätzung. Noch vor einem möglichen Transport sollen wichtige Informationen festgehalten werden. Das erleichtert die weitere Behandlung und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Kliniken.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verteilung auf mehrere Häuser. Wenn die Zahl der Verletzten die Kapazitäten eines Krankenhauses übersteigt, müssen weitere Kliniken eingebunden werden. Genau solche Schnittstellen lassen sich unter kontrollierten Bedingungen testen. Der Hintergrund reicht über Karlsruhe hinaus. Baden-Württemberg hat 2025 einen landesweiten Rahmen für Krankenhausalarm- und Einsatzpläne veröffentlicht. Er deckt unter anderem Großschadenslagen, technische Ausfälle und andere Krisen ab. Regelmäßige Übungen sollen Schwachstellen sichtbar machen, bevor daraus im echten Notfall ein Problem entsteht.

(Quellen: Klinikum KA, Feuerwehr KA)